ETC 2021

MAN TGX 18.470 Sattelzugmaschine im Test

MAN TGX 18.470 ETC 2021 European Truck. Challenge
© Kfz-Anzeiger

Dass der MAN TGX 18.470 sehr viel schneller fahren kann, als es ihm die Temporegularien der ETC einerseits, die Vorgaben der entsprechend justierten Tempomateinstellungen andererseits und zudem sein Eco-Motormanagement aufzwingen, zeigte der Münchener Mittelklasse-Truck in der Sonderprüfung „Vmax“. Aus dem Langsamsten am Berg wurde bei entsprechender Systemeinstellung einer der Schnellsten. Damit ist nachgewiesen, dass die nominalen 470 PS und die 2400 Nm wirklich allesamt vorhanden und arbeitswillig sind.

Der ungebremste Leistungseinsatz kostet dann natürlich Kraftstoff; was wenig überrascht. Und so belegt die Temposonderprüfung, dass die Münchener mit ihrer Leistungs-Drosselphilosophie, die nur im Fahrprogramm Efficiency-Plus wirkt, grundsätzlich richtig liegen. Die auftretenden Zeitverluste sind nämlich nur mit der Stoppuhr messbar, während der verringerte Dieselverbrauch sich bei jeder Tankung auswirkt.

Insgesamt überzeugt der GPS-Tempomat MAN Efficient-Cruise, die Münchener Interpretation der vorauswissenden Geschwindigkeitssteuerung funktioniert bestens. Zumal sie trotz einer Vielzahl an neuen Zusatzfunktionen immer noch sehr fahrerfreundlich bleibt: alles kann, nichts muss. Sämtliche Features lassen sich einzeln einstellen, zu- oder – nicht zuletzt – auch abschalten. Dazu muss man sie in den Einstellmenüs zwar erstmal finden, doch das gelingt nach kurzer Einweisung recht einfach.

Ein Kandidat unter den Assistenz-Teilsystemen, der nicht jedem Testfahrer gefällt, ist das „Dynamische Segeln“. Im flachen Gelände soll durch den beständigen Wechsel zwischen Beschleunigen und Rollen des Fahrzeugs der Motor gezielt im verbrauchsgünstigen Lastbereich gehalten werden, um noch ein paar zusätzliche Tröpfchen an Kraftsoff zu sparen.

Ob dem tatsächlich so ist, konnten wir schon bei der letztjährigen ETC, als ein TGX 18.510 am Start war, nicht sagen. Daran hat sich nichts geändert. Wir sind die Messungen auch in diesem Jahr brav mit dem Sägezahn und einem Auf und Ab der Geschwindigkeit auf flachen Teilstücken um jeweils 3 km/h gefahren. Macht eine Gesamthystere von 6 km/h. Der Teilstreckenverbrauch auf den flachen Etappen fiel dennoch nicht sonderlich niedrig aus.

Als eine herausragend gute Entscheidung der MAN-Ingenieure entpuppt sich der Verzicht auf die Wischtechnik (Touchscreen) für den rechts vom Hauptdisplay arrangierte zweiten Info-Bildschirm im neuen TGX. Hier gibt es viel Lob von den Testfahrern und reichlich Punkte in der Individualbewertung der einzelnen Testfahrzeuge. Die Ergebnisse der European Truck Challenge finden Sie hier.