Lkw-Produktion

Traton-Konzernmotor wird bei MAN in Nürnberg gebaut

Bei MAN Truck & Bus in Nürnberg erfolgte der Spatenstich zum Bau einer neuen Montagehalle für den leichten Konzern-Dieselmotor von Traton. Dieser wird künftig in den Fahrzeugen von MAN, Scania und Navistar verbaut. Der neue 13-Liter-Motor für die schweren Fahrzeuge des Traton-Konzerns kommt hingegen aus Schweden.

Visualisierung der neuen Werkshalle in Nürnberg

Im MAN-Werk Nürnberg erfolgte der Spatenstich für die zukünftige Produktionshalle der leichten „Common Base Engine" (CBE), der gemeinsamen Plattform für Dieselmotoren von MAN, Scania und Navistar. Der von den Konzernmarken gemeinsam entwickelte, hocheffiziente Dieselmotor soll die Brücke zu den elektrifizierten Antrieben der Zukunft schlagen. Im Rahmen seiner Transformationsstrategie New-MAN setzt der Nutzfahrzeughersteller künftig voll auf emissionsneutrale Antriebe. Dennoch werden gerade im Langstreckenbereich und bei Offroad-Anwendungen Dieselmotoren in der Übergangszeit zum emissionsneutralen Güterverkehr noch weiter eine Rolle spielen. Um dabei die strengen Umweltauflagen zu erfüllen und den CO2-Ausstoß weiter zu minimieren, arbeiten Scania und MAN im Rahmen des Lead-Engineering-Konzepts seit 2017 an der Entwicklung dieser neuen Motorenplattform.

„Unser Augenmerk liegt auf der Entwicklung von batterie-elektrischen Antrieben für Busse und Lkw. Hier gehören wir zu den führenden europäischen Nutzfahrzeugherstellern. Alternativ dazu forschen wir in Nürnberg an wasserstoff-basierten Antrieben. Die partnerschaftliche Entwicklung und Produktion der letzten komplett neuen Generation von Dieselmotoren im Schwerlastbereich kommt uns dabei sehr zugute. So entstand nicht nur eine hervorragende Motorenplattform, sondern es ergaben sich auch finanzielle und personelle Freiräume zur Entwicklung emissionsneutraler Antriebsarten. Selbstverständlich arbeiten wir auch hier eng mit unseren Partnern in der Traton Group und im Volkswagen Konzern zusammen", sagt Dr. Frederik Zohm, im Vorstand von MAN Truck & Bus zuständig für Forschung und Entwicklung.

Ab 2024 werden im MAN-Werk Nürnberg die leichten Motoren der CBE-Generation gefertigt – etwa zeitgleich zum Start der Serienproduktion der langstreckentauglichen MAN-Elektro-Lkw im Werk München. Auch deren E-Antriebsaggregate werden aus Nürnberg kommen.

Im Zuge der Technologiewende laufen hier konventionelle ebenso wie elektrifizierte Antriebe zukünftig nebeneinander. „Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung von MAN wurde Nürnberg zum Leitwerk für alternative und konventionelle Antriebstechnologien bestimmt. Darum wird hier bei uns die Transformation der Nutzfahrzeugbranche unmittelbar sichtbar. Die neue Produktionshalle für die CBE-Generation entsteht in Nachbarschaft zu unseren künftigen Produktionsanlagen für E-Antriebe sowie den Prüfständen für Wasserstoff-Brennstoffzellen. Der Abschied vom Dieselmotor geschieht nicht auf Knopfdruck. Er gleicht eher einem Schieberegler", sagt Ulrich Zimmer, bei MAN verantwortlich für die Aggregateproduktion sowie Standortleiter des Werks Nürnberg.

Die schweren 13-Liter-Motoren für die Fernverkehrs-Lkw aller Marken der Traton-Guppe wird hingegen bei Scania in Schweden gebaut. Das Werk am Stammsitz in Södertälje soll bereits im Fertigwerden sein.