Produktneuheit

Weltpremiere des Renault Master H2-Tech mit Wasserstoff-Brennstoffzelle

© Ludwig Fliesser

Hyvia ("Hy" für Wasserstoff, "Via" für Straße) nennt sich das Joint Venture zwischen dem französischen Fahrzeughersteller Renault und dem US-amerikanischen Brennstoffzellen-Spezialisten Plug Power. Das gemeinsame Vorhaben hatten Renault und Plug Power erstmals im Januar 2021 angekündigt. Im Rahmen des gemeinsamen Schaffens sollen wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Fahrzeuge und weitere Produkte auf den Markt erscheinen. Das erste davon ist der modifizierte Renault Master Kastenwagen "H2-Tech", der mitsamt einer Wasserstofftankstelle der Öffentlichkeit präsentiert wird. Aktuell handelt es sich noch um einen Prototypen. Dieser Transporter ist das erste von drei leichten Nutzfahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb, die das Joint Venture ab 2022 auf den Markt bringen will.

Der H2-Tech-Kastenwagen bietet zusätzlich zu einer 33-kWh-Batterie eine 30-kW-Brennstoffzelle und produziert im Fahrbetrieb keine CO2-Emissionen. Die vier Tanks mit einem Gesamtfassungsvermögen von sechs Kilogramm fassen jeweils 1,5 Kilogramm Wasserstoff. Für den Warentransport steht ein Ladevolumen von zwölf Kubikmetern zur Verfügung. Insgesamt seien nach Angaben des Unternehmens Reichweiten von bis zu 500 Kilometern möglich, davon 100 Kilometer im reinen Batteriebetrieb. Als Einsatzgebiet des H2-Transporters sind Logistikunternehmen, Großkunden, Flotten und Kommunen vorgesehen.

Als nächstes sollen zu einem späteren Zeitpunkt ein H2-Tech-Master-Modell mit 19 Kubikmeter Ladekapazität und einer Reichweite von 250 Kilometern erscheinen sowie ein H2-Tech-Master-Combi der für bis zu 15 Personen mit einer Reichweite von rund 300 Kilometern ausgelegt ist. Die Wasserstofftankstelle von Hyvia ermöglicht Tankvorgänge wie bei Fahrzeugen mit konventionellem Benzin- oder Dieselmotor. Das Joint Venture verspricht, dass der Master Kastenwagen H2-Tech innerhalb von fünf Minuten wieder einsatzbereit ist. Der Wasserstoff wird entweder vor Ort durch Wasserelektrolyse erzeugt oder mit Tankanhängern angeliefert. Die Hyvia-Wasserstofftankstellen werden zum Kauf, zum Leasing oder zur Miete angeboten.

Grundsätzlich will Hyvia die gesamte Fertigung in Frankreich halten. So wird der Master Van im Werk Batilly hergestellt, ehe die Integration von Elektro- und Wasserstoffantrieb von PVI, einer Tochtergesellschaft der Renault-Gruppe, in Gretz-Armainvilliers realisiert wird. Den E-Motor steuer das Werk Cleon bei, die Montage der Brennstoffzelle wird im Werk Flins bewerkstelligt. Die Wasserstofftanks liefert der französische Konzern Faurecia zu.