Analyse

Bei TRATON bleibt kein Stein auf dem anderen

Traton Firmenzentrale
© Traton

Während der Volkswagenkonzern seine beiden Lkw-Marken MAN und Scania über Jahre hinweg scheinbar unbehelligt und unabhängig voneinander wirtschaften ließ, lief im Hintergrund ein Programm zur konzernweiten Bündelung aller Aktivitäten im schweren Lkw-Bereich. Dies führte zur Gründung von TRATON als börsennotierte Gesellschaft, fast gleichzeitig verschwand MAN von der Börse. Mastermind dieser Strategie war Andreas Renschler, der kürzlich seinen Hut genommen hat. Mit der Gründung der markenübergreifenden Kapitalgesellschaft geht die Nutzung von Synergien in der technischen Entwicklung einher. Am Ende soll, so wie beim Konkurrenten Daimler auch, ein plattformbasiertes Mehrmarkenkonzept stehen. Grundkomponenten des Antriebsstrangs, wie Motoren und Getriebe werden in der Folge nur noch einmal für den Gesamtkonzern entwickelt und dann lediglich für die jeweiligen Marken angepasst. Das schafft Synergien und spart Entwicklungs- und Produktionskosten. Letztendlich spart es natürlich auch Personal. Die Folge ist naturgemäß der Abbau tausender Stellen bei Scania und MAN weltweit. Natürlich hat der wirtschaftliche Einbruch in Folge der Corona-Krise die Einsparungsbemühungen noch beschleunigt – gekommen aber wäre der Personalabbau sowieso. Die zunehmende Verschmelzung von Herstellern zu großen Konzernen, die sich den Markt oligopolistisch aufteilen hat also nicht nur für die Kunden Konsequenzen – Stichwort „Lkw-Kartell“. Langfristig folgt auf eine Unternehmensfusion in der Regel auch eine Effizienzsteigerung und eine Verschlankung der Kostenstruktur. Vulgo: Personalabbau.