Nachwuchsmangel

Zahlreiche Lkw-Fahrer steuern Pensionierung entgegen

Eine Umfrage der WKÖ-Bundessparte Transport und Verkehr zeigt einen Negativtrend bei den Fahrerzahlen: Bereits zwei von drei Unternehmen spüren die Folgen. Der Grund: Viele Lkw- und Buslenker werden in Pension geschickt, es kommen aber zu wenig neue Fahrer nach.

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Finden sich nicht genügend Fahrer, um die in Pension gehende Generation abzulösen, herrscht im Speditions- und Transportbereich künftig "Eiszeit". 

Eine Umfrage unter 432 Güterbeförderungs- und Busunternehmen bestätigt einen Trend, der schon in den jüngsten Konjunkturumfragen der Branche zu beobachten war: Die Unternehmen im Bereich Transport und Verkehr steuern einem massiven Fahrermangel entgegen.

Konkret ergab die Umfrage, die die Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) gemeinsam mit dem Fachverband Güterbeförderungsgewerbe und der Berufsgruppe Autobus unter den Mitgliedern durchführte, dass bereits drei Viertel der Güterförderungs- und Busunternehmen vom Fahrermangel betroffen sind. Nur fast ein Viertel gab zur Antwort, keinen Fahrermangel im eigenen Betrieb zu spüren. Im Durchschnitt über alle Befragten hinweg fehlen pro Unternehmen laut eigener Angaben 3,1 Lenker im Güterbeförderungsbereich und 4,2 in der Bus-Branche.

Klein- und Mittelbetriebe besonders betroffen 

Die sogenannte Offene-Stellen-Quote, ein Indikator für den Arbeitskräftebedarf, zeigt den Anteil der offenen Stellen im Verhältnis zu den verfügbaren Arbeitsplätzen. Diese könnten in den nächsten Jahren in einem noch ärgeren Missverhältnis liegen, denn im Güterbeförderungsbereich sind bereits mehr als zwei Drittel der Fahrer über 40 Jahre alt - ein Drittel davon ist bereits 51-60 Jahre alt. Prekär sieht es auch im Autobusgewerbe aus, dort macht der Anteil der Über-50-Jährigen sogar über 43 Prozent aus.

In der Güterbeförderungsbranche liegt diese Quote unter den Fahrern bereits bei 9,2 Prozent und im Busbereich immerhin bei 4,9 Prozent. Zum Vergleich: Die Offene-Stellen-Quote der Statistik Austria über alle Wirtschaftszweige liegt derzeit bei 2,8 Prozent. Bei der Betrachtung nach Größenklassen der Unternehmen fällt auf, dass die Offene-Stellen-Quote am höchsten bei kleinen Unternehmen ist und mit der Größe der Unternehmen sinkt. Damit stehen vor allem kleinere Unternehmen vor der Herausforderung, genügend Fahrer zu finden, um ihren Betrieb aufrechtzuerhalten und Wachstumsmöglichkeiten zu ergreifen.

Das bedeutet auf mittlere Sicht einen Generationenwechsel mit entsprechenden Herausforderungen für die Neubesetzung der Stellen. „In zehn Jahren werden viele der Über-50-Jährigen nicht mehr am Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Eine Lösung für diese Herausforderung kann neben der gezielten Neuausbildung von jungen Arbeitskräften auch die Förderung von Möglichkeiten für Berufsumsteiger darstellen“, sagt Alexander Klacska, Bundesspartenobmann für Transport und Verkehr in der WKÖ. 

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