Ausbildung

Salzburg fehlen ausgebildete Brummifahrer

Der Ruf nach geschulten Berufskraftfahrern wird immer lauter. Die Auftragslage sei zwar gut, doch Fachkräfte sind kaum zu bekommen, beklagen die Unternehmer. Die Qualität soll für die Kunden langfristig nicht sinken.

Von

Ohne entsprechend geschulte Berufskraftfahrer sind den Logistik- und Transportunternehmen die Hände gebunden. Die Angst, die Auftragslage mit den vorhandenen Ressourcen nicht stemmen zu können, ist groß. 

Die Salzburger Transportbranche sucht händeringend nach Lkw-Fahrern. Ein Phänomen, das sich wohl auch in ganz Österreich erkennen ließe. Die Auftragslage sei zwar gut, doch Fachkräfte kaum zu bekommen, beklagen die Unternehmer.

Auftragslage passt, Fachkräftemangel nicht 

Für ZV Logistik & Spedition -Geschäftsführer Oliver Wagner liegt die Sache auf der Hand: „Da die Branche durchwegs stark wächst, ist in Österreich noch immer wie auch in den letzten Jahren, von einem Mangel auszugehen.“

Eigentlich steht die Auftragslage und Stimmung in der Transportbranche unter einem guten Stern, „die Richtung stimmt“, wie oft zu hören ist. Für den Bereich Berufskraftfahrer mit Ausbildung stimmt die Richtung hingegen nicht.

Besorgt ist auch Max Gruber, Sprecher des Transportgewerbes in der Salzburger Wirtschaftskammer, der das Problem gut kennt.  „Es mangelt an gut ausgebildeten Lkw-Lenkern“, beklagt Gruber. „Das Problem ist, dass es sehr wenig qualitativ gute Lkw-Fahrer am Markt gibt“. Doch volle Lager und volle Lkw erfordern fachkundiges Personal, das einfach nicht zur Verfügung stehe. Und ein solches würden sich letztlich auch die Kunden wünschen, die auf einen qualitativen Transport nicht verzichten wollen.

Forderung nach verkürzter Ausbildungszeit

Branchenexperten sehen gleich mehrere Gründe, wieso sich Interessierte von einer Ausbildung fernhalten. Insbesondere der Lkw-Führerschein sei ein Hindernis. "Rund 3.000 Euro müssten dafür schon vor dem Job in die Hand genommen werden, bestätigt Gruber. „Der Lkw-Führerschein ist sehr teuer geworden. Wir versuchen zwar, bei der Finanzierung mitzuhelfen, aber das ist ein Problem.“

Ein weiteres Hindernis sieht WKÖ-Bundesspartenobmann Alexander Klacska in der Ausbildungsdauer. Diese sei einfach zu lange, moniert der Bundesspartenobmann. Bis der Anfänger tatsächlich einen Lkw auf Österreichs Straßen lenken darf, verginge schlichtweg zu viel Zeit.

Variable Arbeitszeiten „nicht jedermanns Sache“

„Ein weiteres Problem sind die Arbeitszeiten der Fahrer. Die sind natürlich nicht so geregelt wie gewöhnliche Büroarbeitszeiten", erklärt Gruber. Um den Kundenwünschen gerecht zu werden, müsse man oft schon um sechs Uhr früh beginnen und abends einmal länger arbeiten. „Das will eben nicht jeder machen, und es ist nicht einfach, Lkw-Fahrer auch dafür zu motivieren.“

Dabei werde gutes, ortskundiges Fachpersonal am Markt aber immer wichtiger, betont Gruber, denn für 2018 rechnet die Transportbranche mit einem guten Auftragsjahr.