Hydrogen-Truck

Nikola will mit neuem Truck Tesla auch in Europa Konkurrenz machen

Im kommenden Jahr zeigt Nikola Motors den Prototyp einer neuen Sattelzugmaschine, die nicht nur mit Wasserstoff betrieben wird, sondern auch die autonome Fahrstufe 5 ermöglichen soll. Nun hat Nikola die ersten, erstaunlichen Details des Tesla-Truck-Konkurrenten veröffentlicht. Lesen Sie hier, wo er zum ersten Mal zu sehen sein wird.

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Mit diesem Design wagt sich Nikola Motors an europäische Vorbilder heran. Eine Schnauze, wie sie der Nikola One und Two haben wird, sucht man hier vergebens. Die Höhe des Fahrerhauses und Optik erinnert etwa an einen Renault T-Truck. 

Nikola Motor wird einen wasserstoffbetriebenen Lkw mit den Namen „Nikola Tre“ für den europäischen Markt anbieten. Im ersten Quartal kommenden Jahres wird ein Prototyp der Sattelzugmaschine auf der Nikola World in Phoenix im April im US-Bundesstaat Arizona vorgestellt. Überdies wird auch der bereits versprochene Nikola Two zu sehen sein.

Der Nikola Tre sei für den europäischen Markt lange überfällig, sagte Nikola Motor-Chef Trevor Milton. „Es wird sich um den ersten kommerziellen Null-Emissionen Truck mit redundantem Bremssystem, redundanter Lenkung, redundanten 800 Volt Batterien und einem redundanten 120 kW Brennstoffzelle handeln“, verkündete Milton vollmundig. Die futuristisch anmutende Sattelzugmaschine soll das Level 5 des automatisierten Fahrens möglich machen –das Fahrzeug kann also völlig autonom agieren. Aus dem Norwegischen übersetzt heißt „Tre“ übrigens nichts anderes wie die Zahl „Drei“.

Der Nikola Tre hat um die 500 bis 1.000 PS, kommt in den Ausführungen 6x4 oder 6x2 und soll eine Reichweitenleistung von 500 bis 1.200 Kilometern möglich machen – abhängig von seinen Konfigurationen. Die Sattelzugmaschine wird mit den aktuellen Größen und Längenrestriktionen übereinstimmen, heißt es seitens Nikola Motors. Die Produktion der Sattelzugmaschine wird zeitgleich mit der US-Version starten und ist zwischen 2022 und 2023 angesetzt. Vorbestellungen sind laut Angaben der Unternehmenswebsite bereits möglich.

© Nikola Motors

Eigenes EU-Testprojekt in Planung

Testfahrten auf europäischem Gebiet werden voraussichtlich um 2020 in Norwegen stattfinden. Das Unternehmen gab überdies bekannt, dass gerade daran gearbeitet wird, einen angemessenen Standort für eine europäische Fertigungsstätte zu finden.

Aktuell arbeitet Nikola bereits mit dem in Oslo ansässigen Unternehmen Nel Hydrogen zusammen, um das Wasserstoff-Tankstellennetz in den USA voranzutreiben. Später soll Nel auch in Europa die notwendigen Ressourcen für die Betankung bereitstellen, sagte Nikola Motors Finanzchef Kim Brady.

2028 soll es bereits mehr als 700 Wasserstoff-Tankstationen quer durch die USA und Kanada verteilt geben. Jede Station soll dabei täglich 2.000 bis 8.000 Kilogramm fassen und bereitstellen können. In Europa soll das Tankstellennetz um 2022 in Betrieb gehen und bis 2030 kontinuierlich ausgebaut werden, um den Großteil der Fläche entsprechend abzudecken.

Im nächsten Jahr soll auch der Bau einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung am neuen Standort in Arizona starten. Die Planung für den Bau des neuen Produktionsstandorts habe ebenfalls bereits begonnen, gab Milton schon Anfang Februar bekannt. Mit einem Anlaufen der Produktion wird mit 2021 gerechnet. Ursprünglich war die Firmenzentrale und Entwicklungsabteilung von Nikola Motors in Salt Lake City, dem US-Bundesstaat Utah, angesiedelt.

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