Transit

Lkw-Fahrverbote in Tirol: Hohe Kosten für Italiens Frächter

Die Fahrverbote würden die italienische Wirtschaft mehr als 370 Millionen Euro pro Jahr kosten, moniert der Frächterverband Conftrasporto.

Der italienische Frächterverband Conftrasporto hat am Montag vor den hohen Kosten der Tiroler Lkw-Fahrverbote für die italienische Wirtschaft gewarnt. Die Fahrverbote würden die italienische Wirtschaft mehr als 370 Millionen Euro pro Jahr kosten, geht aus einem am Montag veröffentlichten Confcommercio-Dossier hervor.

"Österreich berücksichtigt nicht, dass, indem es den freien Lkw-Verkehr einschränkt, mindestens 30 Milliarden Euro pro Jahr an italienischen Ausfuhren gefährdet sind. Dies entspricht fast zwei Prozent des italienischen Bruttoinlandprodukts. Damit verletzt Österreich ein in der EU verankertes Prinzip", hieß es im Conftrasporto-Dossier.

Der Präsident des italienischen Handelsverband Confcommercio, Carlo Sangalli, bemängelte am Montag, dass "einseitig ergriffene Maßnahmen", wie die Tiroler Fahrverbote, den Warentransport über den Brenner schwer belasten. "Damit droht Italien die Isolierung. Wir brauchen eine integrierte europäische Strategie zur Vollendung der EU-Transportnetze in Europa, die nachhaltig, aber auch konkurrenzfähig sein sollen", erklärte Sangalli.

Laut dem Frächterverband überqueren 70 Prozent der Warenströme zwischen Italien und dem Rest Europas die Alpen. Waren im Wert von 200 Milliarden Euro würden auf der Achse zwischen dem Mittelmeerraum und den skandinavischen Ländern verkehren. Der Brenner sei ein wesentlicher Teil dieser Achse. 84 Prozent des Warentransports über die Alpen erfolge per Lkw.

(APA/red)