Telematik

Ein unerlässlicher Informant im Fahrzeug

Telematiksysteme bleiben auch weiterhin unerlässlich, wenn es darum geht, Daten über Fahrer und Fahrzeug zu erheben. Zu Themen wie Tracking & Tracing und die Vorteile digitaler Containersicherung stand uns der Telematik-Spezialisten Jürgen Fazeny von Rosenberger Telematics Rede und Antwort.

Von

Traktuell: IT-Unternehmen bringen zusehends immer mehr innovative Lösungen auf den Markt, um die Effizienz in der Transport-Lieferkette zu erhöhen. Ein großes Problem sind Leerkilometer und Leerfahrten, die eine natürliche Folge steigender Güterströme sind. Welche Möglichkeiten ergeben sich durch moderne IT-Lösungen? 

Fazeny: IT-Lösungen in Transportgewerbe spielen heute bereits eine sehr große Rolle. Man braucht hier nur historisch betrachten, welche Möglichkeiten sich in der Automatisierung von Prozessen in der Logistikbranche, beginnend mit Barcodes, ergeben haben. Heute sind es RFID-Transponder, die eine noch größere Informationsdichte abdecken können und zu weiteren, noch schnelleren Prozessabläufen geführt haben. Das Ende dieser Entwicklung werden vermutlich GPS-Transponder sein, welche aus dem 3D-Drucker kommen. Selbst, wenn für uns heute diese Art von Lösung noch fast nicht denkbar ist, so gibt es bereits Start-ups, welche sich damit beschäftigen. 

Traktuell: Wie sehen Sie die weitere Entwicklung?

Fazeny: Die Bedeutung von IT-Lösungen wird noch maßgeblich steigen. In Verbindung mit „Artificial Intelligence“ (AI) werden hier immer rechenintensivere Prozesse automatisiert werden. Das „Tracking & Tracing“ durch Telematikeinheiten wird hierbei nicht das federführende System sein, aber unerlässlicher Informant, der die entscheidenden Daten liefert. Am Ende dieser Entwicklung werden hochkomplexe IT-System stehen, die diese Prozesse steuern und zu leiten imstande sind.

Traktuell: Welche Auswirkungen wird das autonome Fahren auf den Transportsektor haben?

Fazeny: Durch die Umsetzung von autonomen Fahren in der Transportbranche werden Lenk- und Ruhezeiten keine Rolle mehr spielen. Damit einhergehend werden auch hochautomatisierte Plattformen zur Vergabemöglichkeit von Ladungen zwischen den unterschiedlichen Logistik-Unternehmen möglich sein - was wiederum zu einer drastischen Reduktion von Leerkilometern und Leerfahrten führt. Telematik wird hierfür die Positionen der einzelnen Ladungsträger, ziehenden Einheiten und einzelner Sendungen in Echtzeit liefern.

Traktuell: Welches Potenzial birgt Ihrer Ansicht nach eine stärkere Vernetzung von Frachtführern und Verladern, also der digitale Austausch von Logistikdaten untereinander. Insbesondere das Tracking & Tracing, um Echtzeitinformationen wie Ankunftszeiten, verfügbare Ladekapazitäten, Standort, Verspätungen oder Ruhezeiten zu erheben.

Fazeny: Die heutigen Systeme liefern vor allem für die Disponenten die Informationsgrundlage für deren Entscheidungen. Früher musste noch dem Fahrer nachtelefoniert werden, heute bekommt der Disponent zum Beispiel über Telematiksysteme wie „Tacho“ alle Daten aus dem digitalen Tachometer in Echtzeit angezeigt. Der Disponent sieht in Echtzeit wieviel Restlenkzeit für den aktuellen Tag noch vorhanden ist, er sieht in Echtzeit, wann die nächste Ruhepause gemacht werden muss und vieles mehr. Damit ist sein Informationsstand diesbezüglich immer up-to-date und damit einhergehend schneller leerkilometerreduzierende Entscheidungen möglich.

Traktuell: Güterdiebstähle nehmen statistisch gesehen zu. Wo liegen Ihrer Meinung nach die großen Sicherheitsprobleme und welche Möglichkeiten bieten sich, den Schutz der Containerwaren entsprechend zu erhöhen?

Fazeny: In unserem Portfolio führen wir unseren batteriebetriebenen GPS-Tracker „Tino“ zur Verfolgung von Containern. Der Vorteil: Falls der Container eine vorgegebene Route (Geofencing) verlässt wird sofort ein Alarm ausgelöst und das Logistik-Unternehmen kann entsprechende Schritte einleiten. Durch das Ausstatten von Containern mit Tino kann auch die Verwaltung deutlich zeitsparender gestaltet werden, Daten gibt es in Echtzeit. Die IT-Lösung liefert mit externen Sensoren zusätzliche Informationen - unter anderem auch aus dem Inneren. Durch einen Lichtsensor ist es zudem möglich, unberechtigtes Öffnen des Containers während des Transports zu detektieren. Durch einen sogenannten Crash-Sensor werden auch eventuelle Schädigungen an der Ware durch unsachgemäßen Umgang wahrgenommen. Überdies kann dokumentiert werden, ob Luftfeuchte oder Temperatur innerhalb bestimmter Parameter während des Transport eingehalten werden.

https://youtu.be/9GnI2ikIa9Q

Folgen Sie dem Autor auf: @lukasklamert