CO2-VORGABEN

Beschlossene Sache: EU legt Kohlenstoffdioxid-Ausstoß für Lkw und Busse fest

Vertreter der EU-Kommission, des EU-Parlamentes und des europäischen Rates haben sich in den sogenannten Trilog-Verhandlungen auf einen gemeinsamen Vorschlag für die CO2-Regulierung für schwere Nutzfahrzeuge geeinigt.

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Demzufolge sollen die Lkw-Hersteller den CO2-Ausstoß ihrer Neuwagenflotte in der EU bis 2030 um 30 Prozent senken. Bis 2025 müssen 15 Prozent eingespart werden. Das Vergleichsjahr für alle Reduktionsziele ist das Jahr 2019. Damit die Vorgaben verbindlich in Kraft treten können, müssen Rat und Parlament den Beschlüssen noch final zustimmen.

Dagegen hält der deutsche Verband der Automobilindustrie: "Die Anreize zur Einführung von Niedrig- und Nullemissionsfahrzeugen sind zu schwach ausgeprägt. Außerdem erhöht der Wechsel des Anreizsystems nach 2024 die Komplexität und verschärft die Anforderungen nochmals. Alternative Antriebe sind – anders als im Pkw- Segment – gerade für den schweren Langstreckenverkehr noch nicht in der Breite marktfähig", kritisiert Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).  

Auf neue Klimavorgaben für Autos hatten sich die EU-Staaten und das Europaparlament bereits im vergangenen Dezember verständigt. Bei Neuwagen soll der Kohlendioxid-Ausstoß demnach bis 2030 um 37,5 Prozent im Vergleich zu 2021 sinken. Dass die neuen Vorgaben für die Hersteller von Lastkraftwagen und Bussen weniger streng sind als die für Autos liegt daran, dass deren Käufer zur Gewinnmaximierung grundsätzlich wesentlich stärker auf einen niedrigen Verbrauch achten als die von Autos. Dies wiederum hat zur Folge, dass Nutzfahrzeughersteller eher verbrauchsoptimierte Fahrzeuge herstellen und deswegen nicht ganz so viel Einsparpotenzial haben.

Rechtsrahmen für weiteres Handeln 

Das EU-Parlament hatte trotzdem eigentlich ehrgeizigere Ziele auch für schwere Nutzfahrzeuge gefordert. Es wollte bis 2030 eine Senkung der CO2-Werte um 35 Prozent und bis 2025 ein Zwischenziel von 20 Prozent. Der niederländische Grünen-Politiker und zuständige Berichterstatter des Europäischen Parlaments, Bas Eickhout, kritisierte deswegen am Dienstag die Mitgliedstaaten. "Insbesondere Deutschland, Italien und einige zentraleuropäische Länder haben stärkere Klimaziele blockiert", sagte er. Dies schade langfristig nicht nur dem Klima, sondern auch der europäischen Industrie. Grundsätzlich bezeichnete Eickhout die Einigung dennoch als großen Erfolg.

Die Verordnung werde dazu beitragen, die Verschmutzung auf den Straßen zu verringern und die Luftqualität zu verbessern, kommentierte er. Auch der zuständige EU-Kommissar Miguel Arias Canete begrüßte die Einigung. Damit vollende man den Rechtsrahmen, der das Erreichen der EU-Klimaschutzziele ermöglichen soll, sagte er. Sie sehen bis 2030 eine Senkung der Treibhausgasemissionen um mindestens 40 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 vor.

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