Lademanagement : E-Mobilität am Land wird mit Kartenzahlung massentauglich
Beim 7. Smatrics E-Mobility Talk drehte sich alles um die Bezahltrends an der Ladesäule. Für Smatrics CEO Hauke Hinrichs ist Wahlfreiheit entscheidend, gleichzeitig müsse aber Transparenz gesichert sein: „Ein Preispunkt, den man nicht vor Anfahrt der Ladesäule kennt, ist nichts wert.“
Seit März 2025 sind Direct Payment-Terminals an Schnellladepunkten verpflichtend – also die Bezahlung per Kredit- oder Bankomatkarte. Damit reagiert man auf die Bedürfnisse der Nutzer:innen: Laut Global EV Alliance wünschen sich 88 Prozent genau diese Möglichkeit. „E-Mobilität funktioniert dann, wenn auch eine 80-jährige Mitbürgerin spontan laden kann“, so Christian Peter vom ElektroMobilitätsClub Österreich.
Für die Massentauglichkeit am Land spielt die Ladeinfrastruktur eine zentrale Rolle. Im Smatrics EnBW Netz beträgt der Abstand zwischen Ladepunkten derzeit rund 30 Kilometer – das Regierungsziel liegt bei 10 Kilometern. Eine dichtere Verteilung könnte nicht nur Monopole verhindern, sondern auch faire Preise sichern. Besonders auf Langstrecken über Autobahnen und Schnellstraßen sind verlässliche Standorte mit transparenten Tarifen entscheidend.
Auch klassische Tankstellen wie Orlen Austria werden zunehmend zu Lade-Hubs. Neben Zapfsäulen entstehen Schnelllader, kombiniert mit Tank- und Ladekarten sowie Direct Payment. Für Mischflotten aus Pkw, Transportern und landwirtschaftlichen Fahrzeugen sind einfache Zahlungswege und volle Funktionsfähigkeit entscheidend.
Im B2B- und Nutzfahrzeugbereich stehen Effizienz und Verlässlichkeit im Vordergrund, erklärt Helmut-Klaus Schimany vom Bundesverband eMobility Austria. Gerade bei E-LKW sind garantierte Ladeleistungen, planbare Abrechnungssysteme und internationale Standards unverzichtbar. Themen wie bidirektionales Laden, Speicherlösungen und Gigawatt-Charging könnten die E-Mobilität am Land in den nächsten Jahren massiv verändern.