Kraftstoffkosten : Biokraftstoffe könnten laut Münzer Spritkosten senken

Ewald-Marco Münzer, CEO der Münzer Bioindustrie GmbH.

Ewald-Marco Münzer, CEO der Münzer Bioindustrie GmbH.

- © Münzer

„Geopolitische Verwerfungen setzen die europäischen Verbraucherinnen und Verbraucher aber noch vielmehr die heimischen Unternehmen massiv unter Druck. Das ist aus meiner Sicht einmal mehr der richtige Zeitpunkt, erneuerbare, und damit europäische und regional produzierte Energie steuerlich zu entlasten. Damit könnten wir beispielsweise Mobilität leistbarer machen und gleichzeitig den Klimaschutz im Verkehr voranbringen.“ 

Nach Ansicht Münzers könnten entsprechende Maßnahmen auch zur Stabilisierung der Preise beitragen. „Dies würde in Krisenzeiten nicht nur preisstabilisierend wirken, sondern auch die Strafzahlungen reduziert.“

Verweis auf Erfahrungen mit E10 in Deutschland

Als Beispiel nennt Münzer Deutschland, wo der Kraftstoff E10 bereits verbreitet ist.

„Am Beispiel Deutschland, wo beispielsweise E10 längst billiger ist und die Autos problemlos mit dem höheren Biokraftstoff-Anteil fahren, sieht man klar: Biokraftstoffe reduzieren Kosten. Biokraftstoffe sind in der Regel sechs Cent pro Liter günstiger – und auch wenn es einen theoretischen Mehrverbrauch gibt, liegt dieser nur bei etwa einem Prozent.“

Unternehmen mit Fokus auf Biodiesel

Die Münzer Bioindustrie GmbH mit Sitz in Wien ist ein eigentümergeführtes Unternehmen, das unter anderem flüssige Abfälle entsorgt, Altspeisefette sammelt und für die Biodieselproduktion verwertet sowie Industrieanlagen reinigt und Kabel- und Elektroschrott recycelt. Das 1991 gegründete Familienunternehmen betreibt im Wiener Ölhafen Lobau eine Biodiesel-Produktionsanlage. 

Das Unternehmen betreibt mehr als 20 Standorte auf drei Kontinenten und beschäftigt rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2023/24 erzielte Münzer einen Umsatz von 360 Millionen Euro.