Praxisbericht : Was sich mit sechs E-Lkw im täglichen Einsatz verändert hat

Durch die Kombination mehrerer eActros‑Modelle lassen sich sowohl Kurz‑ und Regionalverkehre als auch anspruchsvollere Strecken mit höherem Energiebedarf abdecken.

Durch die Kombination mehrerer eActros‑Modelle lassen sich sowohl Kurz‑ und Regionalverkehre als auch anspruchsvollere Strecken mit höherem Energiebedarf abdecken.

- © Reder

Das oberösterreichische Transportunternehmen Christoph Reder setzt im Schwerverkehr auf batterieelektrische Lkw von Mercedes-Benz Trucks. Am Standort Hörsching betreibt das Familienunternehmen zwei eActros 300 L, zwei eActros 400 L und zwei eActros 600 LS. Die Fahrzeuge werden am eigenen Standort geladen und kommen unter anderem im Linienverkehr zum Einsatz. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 60 Mitarbeiter und verfügt über rund 50 Zugmaschinen.

Nach Angaben von Christoph und Stefan Reder verfolgt der Betrieb seit Jahren einen technologieoffenen Ansatz und sammelte bereits Erfahrungen mit Erdgas, Flüssiggas und digitalen Lösungen. Die Ladeinfrastruktur am Standort wurde im Rahmen des ENIN-8-Calls gefördert.

Unterschiedliche eActros-Modelle für verschiedene Einsätze

Die verschiedenen eActros-Varianten decken unterschiedliche Einsatzbereiche ab. Während der eActros 300 L vor allem für regionale und innerstädtische Transporte vorgesehen ist, bietet der eActros 400 L zusätzliche Reichweitenreserven. Der eActros 600 LS ist für den schweren Fernverkehr und den Einsatz mit Sattelaufliegern ausgelegt.

Nach Angaben des Unternehmens ermöglicht diese Struktur eine bedarfsgerechte Zuordnung von Fahrzeug und Auftrag sowie eine höhere betriebliche Flexibilität.

Eigene Ladeinfrastruktur schafft Planbarkeit

Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist das Depotladen am Firmensitz. Ladezeiten werden in Ruhe- und Standzeiten integriert, wodurch die Abhängigkeit von öffentlicher Ladeinfrastruktur reduziert wird. Zudem lassen sich Stromverträge und Lastmanagement gezielt auf den Fuhrpark abstimmen.

„Unsere Ladeinfrastruktur erlaubt eine gezielte Steuerung der Ladevorgänge und schafft Planbarkeit im Flottenbetrieb“, sagt Christoph Reder.

650 Kilometer im Linienverkehr

Das Unternehmen transportiert unter anderem Tiefkühlprodukte für Daily. Eine regelmäßige Route führt von Hörsching über Mödling und Graz zurück nach Oberösterreich. Dabei wird der eActros in Wien zwischengeladen und nach der rund 650 Kilometer langen Strecke wieder am Standort Hörsching aufgeladen.

Stefan Reder beziffert den Energieverbrauch auf rund 85 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Im Winter liege der Wert bei etwa 100 Kilowattstunden. Die Vollladung in Hörsching dauere je nach Batteriestand zwischen eineinhalb und zwei Stunden.

Fahrerakzeptanz und wirtschaftliche Aspekte

Nach Angaben des Unternehmens hat sich die anfängliche Skepsis der Fahrer gegenüber den Elektro-Lkw inzwischen gelegt. Zwölf Fahrer wurden bereits auf die Fahrzeuge eingeschult, weitere sollen folgen. Damit würde künftig rund ein Viertel der Belegschaft regelmäßig mit E-Lkw unterwegs sein.

Das Unternehmen verweist zudem auf geringeren Wartungsaufwand elektrischer Antriebe sowie auf stabile Energiekosten. Gleichzeitig weisen Christoph und Stefan Reder auf höhere Versicherungsbeiträge hin, da sich die Kaskoprämien am Fahrzeugwert orientieren. Auch eigene Photovoltaikanlagen tragen nach Angaben des Unternehmens zur Wirtschaftlichkeit bei.

E-Lkw als strategischer Baustein

Der Einsatz mehrerer Fahrzeuge aus der eActros-Modellfamilie vereinfacht laut Unternehmen Schulung, Service und Ersatzteilmanagement. Zudem sieht Christoph Reder in der Elektrifizierung des Fuhrparks einen Wettbewerbsvorteil.

„Unsere Kombination der verschiedenen eActros-Modelle mit eigener Ladeinfrastruktur bietet eine hohe betriebliche Flexibilität, wirtschaftliche Planbarkeit und eine klare strategische Ausrichtung auf emissionsfreien Straßengüterverkehr“, sagen Christoph und Stefan Reder.