Trailer

Fliegl Trailer feiert 30-jähriges Bestehen

Fliegl-Werk
© Fiegl

1991 – 1995: Start als "Greenhorns"

15. Juli 1991: Der für Helmut Fliegl größte Meilenstein. Gemeinsam mit seinem Vater, Josef Fliegl – einem erfolgreichen Hersteller von Agrarfahrzeugen – übernimmt er ein ehemaliges Landwirtschaftliches Instandsetzungswerk (LIW) von der Treuhandgesellschaft. Seine Mission: in den neuen Bundesländern Fuß fassen, das technische Know-how der Fliegls auf die Straße bringen. „Absoluter Kundennutzen war die Strategie von Anfang an.“

Fliegl Fahrzeugbau beginnt als Neuling auf dem Nutzfahrzeugmarkt und wird genauso behandelt. Erste Versuche, Komponenten wie Achsen oder Reifen bei namhaften Herstellern zu beziehen, laufen ins Leere. „Eine Art Embargo“, erinnert sich Helmut Fliegl, „das wir auf Umwegen überwunden haben.“ Das Unternehmen wächst mit der Herausforderung, kauft über Händler oder die Schwester Fliegl Agrartechnik. Das erste Fahrzeug, das die Hallen in Thüringen verlässt, ist ein weißer Tandem-Tiefbettanhänger mit schwarzen Kotflügeln.

Es ist die Zeit des Tüftelns, des Ausprobierens, des Lernens, des Sich-Heran-Tastens. Die erste IAA 1992 beschreibt Helmut Fliegl rückblickend als sein größtes Abenteuer. „Da waren wir grasgrün hinter den Ohren.“ Und doch kommt im selben Jahr die erste Fliegl Neuheit auf den Markt – belächelt vom Wettbewerb: ein Tiefladeanhänger mit gerader Plattform, der sowohl Baumaschinen und Fahrzeuge als auch Bauelemente oder Container transportieren kann.

Das P-Modell überzeugt in der Praxis nicht nur die Kunden. Bald bauen andere Hersteller das Fahrzeug nach. Weitere Innovationen folgen: Der Kombianhänger für Entsorger beispielsweise ist bis heute ein Fliegl Original. Er transportiert als Erster Abrollcontainer mit Außen- oder Mittelrolle, Absetzcontainer, Baumaschinen, verschiedenstes Langmaterial. Fliegl ist außerdem der erste Hersteller, der seine Gardinensattel Mitte der 1990er mit einem Planenzentralverschluss für schnelles Be- und Entladen ausstattet, dem Quick Lock System. Ein weiterer Meilenstein: der Tandemtiefbettanhänger mit großzügigen 2050 Millimetern Innenbreite.

1996 – 2010: Akzeptanz auf Augenhöhe

Mit den ersten Eigenkonstruktionen kommt die Erfahrung. Mit der Erfahrung das Selbstvertrauen. Fliegl Fahrzeugbau erarbeitet sich einen Namen in der Branche, wird ernst genommen, spürt zunehmende Akzeptanz. Die Stückzahlen gehen nach oben, das Unternehmen kann sich etablieren. „Wir haben an uns geglaubt und uns weiter entwickelt“, so Helmut Fliegl.

Zum Beispiel in Punkto Nachhaltigkeit, die in den 1990er Jahren im Nutzfahrzeugbau noch kaum ein Thema ist. Fliegl leistet auf diesem Gebiet Pionierarbeit: Der Leichtbau hält Einzug in die Produktentwicklung, Fliegl prägt den Begriff „Green Road“. Einsparung beim Gewicht bedeutet automatisch geringere CO2-Emissionen. „Über unsere Auflieger „mit Löchern“ hat man gelacht“, erzählt Helmut Fliegl. „Heute gibt es auf der Welt kein gewichtsoptimiertes Fahrzeug ohne Löcher.“

2005 stellt das Unternehmen die Weichen weiter Richtung Zukunft. Mit der Eröffnung seines Werks II baut Fliegl die Kapazitäten in der Großserienfertigung deutlich aus. In einer der modernsten Trailerproduktionsanlagen Europas laufen Pritschen- und Planensattel, Containerchassis und Sattelkipper vom Band. Und auf dem Dach: über 4000 Solarmodule. Mit dieser großflächigen Photovoltaikanlage und mehreren Blockheizkraftwerken erzeugt Fliegl das Dreifache der Energie und Elektrizität, die die eigene Produktion, Verwaltung etc. benötigen.

2008 erreicht die allgemeine wirtschaftliche Krise auch den Nutzfahrzeugbau. Die Nachfrage geht zurück, die Absatzzahlen sinken. Dennoch entscheidet sich Helmut Fliegl gegen Personalabbau. Mit seiner Mannschaft in Triptis arbeitet er weiter an innovativen Fahrzeugkonzepten, profitiert von dem Standing, das er sich über die Jahre im Wettbewerb erarbeitet hat und positioniert sich in den Lücken, die sich im Wettbewerb auftun. In dieser Zeit präsentiert Fliegl Trailer unter anderem sein Vario Kipp Chassis mit Containerverschiebung, den sechsfach ladungssicherungszertifizierten Baustahlmattensattel und den Compact Coni light, einen neuen Zweiachs-Sattelkipper.

Seit 2011: Angekommen in der Branchenspitze

Fliegl Trailer geht gestärkt aus den Krisenjahren hervor, das Unternehmen erholt sich zusehens. Green Road und das Thema Nachhaltigkeit werden im Unternehmenskonzept immer präsenter. Das Motto: Innovating for You. Fliegl entwickelt Kipper mit konischer Mulde, Curved Chassis und Membran Rückwand, den integrierten Luftkessel, das Free Load System zur schnellen Be- und Entladung von Gardinensatteln und den MegaRunner 4.0 - den ersten Auflieger mit echten vier Metern Gesamt- und drei Metern Innenhöhe.

Außerdem bringt Fliegl die Twin Serie, für Helmut Fliegl die bedeutendste Trailerneuheit in der Fliegl Chronik. Die Zweiachs-Gardinensattel sparen nicht nur Maut sondern auch Betriebs- und Kraftstoffkosten. Weitere Pluspunkte sind erneut das geringe Eigengewicht der Auflieger, ihre hohe Nutzlast und der reduzierte Verschleiß. Green Road erreicht mit der Twin Serie ein neues Level.

Es sind Fahrzeugkonzepte wie das des Twin, denen Fliegl seinen Erfolg in den vergangenen 25 Jahren verdankt, seine Entwicklung zum Premiumanbieter in der Branchenspitze, seine Vorreiterrolle im Bereich der Nachhaltigkeit. Und die Fliegl fit machen für die kommenden 25. „Ich gehe davon aus, dass langfristig in Europa ein Drittel der Fahrzeugbauer überleben werden. Und ich gehe davon aus, dass Fliegl zu diesem Drittel gehört“, so Helmut Fliegl.

Mit Beginn des Jahres 2017 hat Fliegl seine Position auf dem europäischen Nutzfahrzeugmarkt weiter gefestigt: Hangler Fahrzeugbau heisst das neue Mitglied der Unternehmensgruppe. Fliegl Kernprodukte wie Gardinensattelauflieger, Sattelkipper, Containerchassis und Schubbodentrailer werden das Hangler-Sortiment ergänzen und den Vertrieb in Österreich stärken.