Nachhaltigkeit : Wie Maxion Wheels das Lkw-Stahlrad neu erfindet
In seinem europäischen Entwicklungszentrum in Königswinter bei Bonn hat Maxion Wheels jahrzehntelang daran gearbeitet, das empfindliche Gleichgewicht zwischen Gewicht und Festigkeit immer weiter zu optimieren. „Wenn man sich ein Lkw-Rad ansieht, scheint es einfach zu sein“, sagt Karl Rode, Director of Engineering bei Maxion Wheels. „Aber jedes Kilogramm, das wir ohne Beeinträchtigung der Sicherheit einsparen, erfordert Tausende von Stunden an Konstruktion, Simulation und Tests.“
Dieses Streben hat sich ausgezahlt: Seit Ende der 1990er Jahre hat Maxion das Gewicht seines Standard-Lkw-Stahlrades der Größe 22,5 x 9,00 von 41 Kilogramm auf nur noch 32 Kilogramm reduziert. Die neueste Entwicklung des Unternehmens unterbietet sogar erstmals die 30-Kilogramm-Marke und setzt damit neue Maßstäbe im Stahl-Leichtbau. Es liegt auf der Hand, dass sich die Gewichtsabnahme – unter Beibehaltung von Sicherheit, Qualität und Leistung – positiv auf die Nutzlast und die Kraftstoffeffizienz auswirkt.
Unterschätzter Klimafaktor: der Vorteil von grünem Stahl
„Durch fortschrittliche Simulation und Materialkompetenz machen wir leichtere und stabilere Räder möglich, die die Leistung und Nachhaltigkeit für unsere Kunden verbessern“, betont Zeferino Neto, Chief Technical Officer, Maxion Wheels. Im Umkehrschluss erfordert ein leichteres Raddesign auch weniger Rohmaterial, was den CO2-Fußabdruck zusätzlich verringert. Denn im Herstellungsprozess resultiert der CO2e-Fußabdruck eines Rads hauptsächlich aus Rohstoffen und Energie, mit einem Anteil der Rohstoffe von etwa 75 bis 85 Prozent.
In der cradle-to-gate-Betrachtung (von der Rohstoffgewinnung bis zur Auslieferung) verursachen herkömmliche Stahlräder in der Herstellung gegenwärtig 133,45 kg CO2 pro Rad. Durch die Verwendung von „grünem Stahl“ kann Maxion diesen Wert sogar auf 44,9 kg CO2 senken – eine Reduzierung um 66 Prozent.
Die Verwendung von umweltfreundlichem Stahl in der Radproduktion beschleunigt den Weg zur Nachhaltigkeit also erheblich. „Früher oder später wird grüner Stahl zur Norm werden“, bekräftigt Stan Mommers, Vice President of Sales EMEA bei Maxion Wheels. „Wir sind bereit für diesen Übergang.“ Darüber hinaus hat sich Maxion Wheels selbst zum Ziel gesetzt, bis 2030 zu 90 Prozent erneuerbare Energien zu nutzen.
Nachhaltigkeit von Rädern transparent berechnen
Die Entwicklung bleibt derweil nicht stehen, nicht zuletzt aufgrund alternativer Antriebe. Insbesondere beeinflusst der zunehmende Einsatz batterieelektrischer Lkw die Anforderungen an das Raddesign. Schwerere Fahrzeuge bedeuten höhere Lasten (eine batterieelektrische Sattelzugmaschine wiegt locker drei bis vier Tonnen mehr als ein vergleichbares Diesel-Modell), während die aerodynamische Effizienz für die Reichweite entscheidend wird.
Maxion stellt sich auch diesen Herausforderungen:
- Stahlräder der nächsten Generation bieten eine gewichtsneutrale Laststeigerung von 250 kg und eine Tragfähigkeit von 4.250 kg. Sie gewährleisten Langlebigkeit ohne zusätzliche Masse.
- Der geringere Kühlbedarf der Bremsen in Elektrofahrzeugen ermöglicht kleinere Lüftungsöffnungen und eröffnet damit die Möglichkeit für schlankere, aerodynamischere Designs.
- Fortschrittliche Simulationswerkzeuge helfen Ingenieuren dabei, jede Kurve und Kontur im Hinblick auf Festigkeit und Effizienz zu optimieren.
„Unser Ziel ist einfach“, sagt Rode. „Die Räder so leicht wie möglich zu halten und sie gleichzeitig stark genug für die Anforderungen von Elektro-Lkw zu machen.“