Warum der richtige Reifen nicht wurscht ist

Lkw-Standzeiten kosten Geld. Insbesondere dann, wenn sie durch defektes Material verursacht werden, die den Fahrantritt oder eine Weiterfahrt verhindern. Deshalb: Augen auf, beim Reifenkauf, rät die Online-Plattform Autoreifenonline.at.

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Die Zahlen sprechen Bände: 65 Prozent aller Lkw-Pannen werden durch defekte Reifen verursacht. Doch gerade in der Transportbranche ist Zeit ein knappes Gut, Lkw-Standzeiten eine teure Angelegenheiten für die Unternehmen. Eine Fahrzeugpanne kann da eng getaktete Zeitpläne gehörig durcheinanderbringen und unnötige Kosten verursachen. Dabei sind viele der unfreiwilligen Haltezeiten vermeidbar. Laut Pannenstatistik des ADAC Truckservice waren 2018 bei fast zwei Dritteln der rund 40.000 Einsätze auf deutschen Autobahnen die Reifen Grund des Problems - und damit bei Weitem die häufigste Pannenursache. An zweiter Stelle stehen, mit erst 7,5 Prozent aller Fälle, Motorschäden. 

„Unfreiwillige Standzeiten aufgrund von Reifenpannen sind häufig die Folge von falschem Luftdruck oder von beschädigten Reifen", betont Benedikt Wagner, Lkw-Experte von Autoreifenonline.at. "Solche Zwangspausen werden dann schnell teurer, als es der rechtzeitige, effiziente Kauf frischer Reifen oder die Runderneuerung gewesen wäre. Denn es summieren sich nicht nur mögliche Kosten für nicht schnell genug ausgelieferte oder abgeholte Waren."

Reifen-Check vor der kalten Jahreszeit 

Hinzu kommen auch noch direkte Folgekosten der Panne. So können etwa bei einer typischen Nutzung eines Pannendienstes in Deutschland rund 800 Euro anfallen, im Ausland sind 1.000 Euro pro Einsatz nicht ungewöhnlich. „Gerade bei größeren Fuhrparks ergeben sich so ungeahnt hohe Summen. Wer durch kluge Investitionen und aktives Reifenmanagement seine jährlichen Reifenpannen von beispielsweise 20 auf zehn reduziert, spart schnell bis zu 10.000 Euro ein - etwaige Bußgelder und Opportunitätskosten noch gar nicht berücksichtigt.“ Besonders wichtig für ein aktives Reifenmanagement sind regelmäßige Kontrollen - und die Einhaltung des korrekten Luftdrucks, abhängig von Achse, Einsatz und Nutzlast.

„Lkw-Fahrer sollten die Reifen immer vor Abfahrt kurz auf Schäden und den richtigen Fülldruck prüfen. Und bei Werkstattterminen ist eine genauere Begutachtung der Reifen Pflicht“, so Wagner. Speziell als Vorsorge für die bevorstehende Herbst- und Wintersaison rät der Lkw-Experte: „Bevor es nass und kalt wird, ist es besonders an den Antriebs- und Lenkachsen wichtig, Reifen mit geringem Profil gegen neue auszutauschen oder runderneuern zu lassen. Die neuen Reifen haben verbesserten Grip auf der Antriebachse und bessere Lenkeigenschaften auf der Vorderachse. Das kann bei schlechtem Wetter den Unterschied machen zwischen Panne oder gar Unfall und der sicheren Weiterfahrt.“

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