Telematik

VW Nutzfahrzeuge setzt auf Rio

Wie im Oktober angekündigt, hat die Volkswagen Truck & Bus Gruppe nun ihre erste cloud-basierte Telematik-Lösung gestartet.

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Die blaue Rio-Box befindet sich künftig bei allen MAN-Trucks serienmäßig an Bord und lässt sich ab Januar 2018 auch in älteren Fahrzeugen mit FMS-Schnittstelle nachrüsten. 

Die Inhalte des ersten Dienstes, der unter dem Namen Rio Essentials soeben gestartet wurde, stehen ab sofort zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung, wie die VW-Tochter Volkswagen Truck & Bus verlauten ließ. Rio, was im Spanischen Fluss bedeutet, steht hier vielmehr für Datenfluss.

„Der große Vorteil dieser Plattform ist, dass sie offen für andere Marken und neue Partner ist“, erklärt VW-Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler. Bereits seit August 2017 ist jeder in Europa ausgelieferte MAN-Truck über die serienmäßig verbaute Rio-Box auch mit einem Zugang zur gleichnamigen Plattform ausgestattet. Erstmals wird die Erfassung, Verwaltung und integrierte Nutzung aller im Transportsystem verfügbaren Daten und Informationen in einer einheitlichen Plattform geeint, so Renschler. 

Plattformübergreifende Lösung 

Mit Rio bietet VW Nutzfahrzeuge erstmals eine plattformübergreifende Lösung an, die unabhängig von der jeweiligen Fahrzeugmarke und dem jeweiligen Telematiksystem einsetzbar ist. „Wir verfolgen einen transparenten Entwicklungsprozess, in den sich jeder direkt einbringen kann“, betont Michael Küffner, zuständig für die Entwicklung. Markus Lipinsky, Leiter des Bereichs Digital Solutions bei MAN erläutert: „Es geht hier nicht darum, noch ein Telematiksystem auf den Markt zu bringen. Vielmehr haben wir Rio bewusst als offene Plattform konzipiert, die die zahlreichen Insellösungen zusammenführt“. Damit eignet sich diese Telematik-Lösung auch für Mischflotten. Ziel ist es, dass alle Beteiligten einer Lieferkette, vom Versender über Spedition und Transportunternehmen, Verlader, Disponent und Fahrer bis hin zum Empfänger, über ein einheitliches Informations- und Anwendungssystem miteinander vernetzt werden.

Eine Frage der Betrachtungsweise

Rio Essentials sammelt über jedes erfasste Fahrzeug Informationen. Es werden etwa Daten über Zugmaschine, Aufbauten und den Fahrer selbst sowie Verkehrs-, Wetter oder Navigationsdaten gesammelt. Basierend auf den erhobenen Daten wird im Anschluss eine Performance-Analyse durchgeführt. Die darauf basierenden konkreten Handlungsempfehlungen gelangen dann an den Fuhrparkbetreiber.  Zudem wird die aktuelle Fahrzeugposition über den Flottenmonitor im 15-Minuten-Takt erneuert.

Das wirft natürlich die Frage der Datensicherheit auf. Seitens des Unternehmens wird versichert, dass nur authentifizierte Personen Zugriff auf die Daten erhalten dürfen. "Rio prüfe sehr genau, welche Daten genutzt und weiterverarbeitet werden. Nichts passiert ohne die Einwilligung unserer Kunden" steht auf der Website des Unternehmens geschrieben. Auch können im Support-Fall nur jene Daten ausgewertet werden, die auch durch den Kunden zur Weitergabe bewilligt wurden.