Future Mobility

Von Menschen und Maschinen

Wie lange es noch dauert, bis sich Fahrzeuge von ganz allein durch die Straßen bewegen, ist ungewiss. Eins ist allerdings schon jetzt klar: es wird im Verkehrsalltag irgendeine Form der Verständigung zwischen Mensch und Maschine brauchen.

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Daimler Mercedes-Benz Future Mobility Autonomes Fahren

Ein Lichtbalken der sich von links nach rechts bewegt signalisiert dem Fußgänger: Du kannst vorbei!

Empathie ist die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Empfindungen und Gedanken anderer Individuen einzufühlen. Und laut dem Zukunftsforscher Alexander Mankowsky, Futurologist bei der Daimler AG, ist es abgesehen von Verkehrsregeln auch gerade diese Fähigkeit, die im Alltag Unfälle vermeidet. Wir nehmen auch unbewusst kleinste Signale im Verhalten anderer Individuen wahr und ziehen daraus Rückschlüsse auf ihre Motive und auf ihr künftiges Verhalten. Mankowsky vergleicht diesen Vorgang mit Kriminalisten, die das Motiv eines Verbrechers zu ergründen versuchen – allerdings geschieht dies dort rückblickend. In jedem Menschen läuft jedoch permanent ein Programm zur Ergründung der Motive des Gegenübers ab, die bewusst oder unbewusst der Vorhersage des künftigen Verhaltens dient. Ein Beispiel aus dem Verkehr: Ich will zu Fuß über die Straße gehen, ein Auto nähert sich gerade. Wir nehmen Blickkontakt auf. Der Fahrer nimmt den Fuß vom Gas und das Auto verlangsamt sich, eventuell nickt mir der Lenker noch kurz mit dem Kopf zu. Ich schließe daraus, dass er mich gesehen hat und mich über die Straße gehen lässt. Was aber, wenn es sich bei dem Auto um eine selbstfahrende Maschine handelt? Wie kann man mit so einem Fahrzeug kommunizieren, ohne Blickkontakt, ohne Handzeichen?

Mercedes-Benz Cars, Technology, Daimler Global MediaSite, MediaSite, Brands & Products, Vehicles & Traffic, 11 - 2018, Events, Mercedes-Benz FutureInsight: "Human first": empathy as anchor in, Press Releases sorted by years, 2018 © Daimler AG

Hat mich das Auto wahrgenommen? Was bei Menschen über Blickkontakt funktioniert, muss mit autonomen Fahrzeugen über andere Kommunikationswege geklärt werden, zum Beispiel mit Lichtsignalen

Mit derartigen Fragen haben sich die Zukunftsforscher bei Daimler mit dem „Cooperative Car“ beschäftigt. Das Versuchsfahrzeug auf Basis einer S-Klasse verfügt über eine 360-Grad-Lichtsignalisation. Türkise Leuchten auf dem Dach zeigen dabei den autonomen Fahrmodus an und geben Auskunft darüber, was als nächstes passiert. So signalisiert zum Beispiel eine LED dem Fußgänger neben dem Auto, dass dieser von den Sensoren erfasst wurde – das ist schließlich die Grundvoraussetzung dafür, dass das autonome Fahrzeug ihn bei seinen Fahrmanövern auch entsprechend berücksichtigt, bremst oder ausweicht.

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Auch hier geht es um die wichtige Frage: hat das Fahrzeug die Dame erkannt?

Ebenso experimentiert man bei Daimler damit, wie das Auto zum Beispiel Fußgängern mit Lichtsignalen zu erkennen gibt, dass diese gefahrlos die Straße überqueren können. Eine Möglichkeit dabei ist ein Lichtbalken, der sich von der einen zur anderen Seite bewegt, was ein bisschen an den legendären Trans Am aus der TV-Serie Knight-Rider erinnert.

Andererseits stellt sich natürlich auch die Frage, wie wiederum andere Verkehrsteilnehmer das Fahrzeug auf sich aufmerksam machen können. So wäre es mitunter sinnvoll, wenn Fußgänger über Zurufe mit dem Fahrzeug kommunizieren könnten, um zum Beispiel eine drohende Kollision abzuwenden, wie uns Futurologist Mankowsky erklärt.

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Das Licht im hinteren Türbereich signalisiert, dass die Sensoren des Fahrzeugs den Fußgänger erkannt haben