Elektromobilität

Vollelektrischer 40-Tonner in der Kühllogistik der Nagel-Gruppe

Erstmals testet die Nagel-Gruppe einen 40-Tonner der ausschließlich mit Strom arbeitet. Als Zugmaschine wird der Futuricum Semi 40E von Designwerk aus der Schweiz eingesetzt.

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Die Nagel-Gruppe setzt erstmals einen vollelektrischen 40-Tonner in der Kühllogistik ein. Derzeit wird dieser unter realen Praxisbedingungen ausgiebig getestet. Nebenbei werden mit einem Getränkehersteller, Designwerk, THT Heetkamp sowie Fahrzeugwerk Bernard Krone die die technischen Möglichkeiten einer elektrischen Zugmaschine in Kombination mit einem elektrischen Trailer ausgelotet. Das Fahrzeug wird im Rahmen eines "Shuttle-Verkehrs" eingesetzt. 

Mehrfach pro Tag fährt der Elektro-Lkw zwischen dem baden-württembergischen Produktionsstandort in Stockach und der Kraftverkehr Nagel Niederlassung in Deißlingen, um Apfelsaft zu transportieren. Die einfache Strecke beträgt rund 60 Kilometer und erfordert bis zu zwei aktive Kühlstunden. „Das besondere an unserem Test ist, dass wir hier erstmals komplett auf Elektroantrieb setzen. Der elektrisch betriebene Sattelschlepper zieht einen ebenfalls elektrisch gekühlten Trailer. So können wir erstmals große Transporte ohne lokale CO2-Emissionen durchführen“, erklärt Arthur Ebel, Fuhrparkmanager bei der Nagel-Gruppe. 

© Nagel-Group

Als Zugmaschine wird der Futuricum Semi 40E von Designwerk aus der Schweiz eingesetzt. Der Elektrolastwagen verfügt über vier Motoren, eine Gesamtleistung von 500 kW (680 PS) und einer angegebenen Reichweite von bis zu 380 Kilometern. Das Fahrzeug ist bereits erfolgreich in der Verteil-, Recycling- und Baulogistik eingesetzt worden. „Mit diesem Test wollen wir beweisen, dass unsere Zugmaschine auch die hohen Ansprüche der Kühllogistik erfüllen kann“, erklärt Fabian Wyssmann, Vertriebs- und Marketingleiter von Designwerk. Herzstück des Elektrofahrzeugs sind die beiden Batterien, die jeweils über eine Kapazität von 170 kWh verfügen. Die Ladezeit variiert je nach Ladestation.

„Der Futuricum kann innerhalb von etwas mehr als zwei Stunden aufgeladen werden“, sagt Wyssmann. Gemeinsam mit dem Futuricum wird der vollelektrische Kühltrailer der Firma Krone eingesetzt, in dem die Technik des niederländischen Unternehmens THT Heetkamp eingebaut wurde. Neben leistungsstarken Batterien nutzt er insbesondere eine Energierückgewinnung in der Achse. „Beim Bremsen entsteht unheimlich viel Energie. Mit unserer Rekuperationstechnik holen wir uns ein Stück davon zurück und Laden so die Batterien unterwegs wieder auf“, so Twan Heetkamp, Direktor von THT Heetkamp.

© Nagel-Group

„Eine Besonderheit des Trailers ist, dass das Gewicht durch die Batterien stärker in die Mitte des Trailers verlegt wurde. Das hat den Vorteil einer optimierten Gewichtsverteilung auch bei Teilbeladungen“, so Ingo Geerdes, Geschäftsführer Key Accounts von Krone. „Zudem sind wir neuen, innovativen Lösungen gegenüber immer äußerst aufgeschlossen und unterstützen Kooperationen für mehr nachhaltigen Transport wie diesen ausgesprochen gern.“

Der elektrische Trailer ist noch in der Erprobung und wird insgesamt drei Monate von der Nagel-Gruppe getestet. So wird er auch zusammen mit einem herkömmlichen Lkw im Ruhrgebiet zum Einsatz kommen. „Wir werden in den kommenden Wochen Energieverbrauch, Reichweite und Fahreigenschaften intensiv auswerten und die Ergebnisse in unsere Überlegungen zur weiteren Modernisierung unserer Flotte einbringen. Außerdem werden die Testdaten genutzt, um die Durchführbarkeit und Wirtschaftlichkeit solcher vollelektrischen Transporte zu bewerten“, erklärt Taucke.

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