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Vernetzt und Digital: Der VW Bulli 6.1

In Wolfsburg feierte der VW T 6.1 seine Weltpremiere. Highlights sind neue Motoren, eine elektromechanische Lenkung, zahlreiche Assistenten, Infotainment, Design und Konnektivität.

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Volkswagen Neuvorstellung Transporter Bulli VW-Bus

Weltpremiere des VW T 6.1 in Wolfsburg. Der Verkauf startet im Sommer , die Markteinführung erfolgt im Oktober

Das obligatorische Facelift der Version 6 des beliebten VW-Busses ist äußerlich an der Front festzumachen. Der Kühlergrill wurde nach unten hin vergrößert und die Einfassungen der Scheinwerfer bis über die Seiten gezogen. Im Inneren ist der neue Bulli das erste Modell der Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge mit dem neuem „Digital Cockpit“ mit volldigitaler Instrumententafel. Auch das Infotainment-System wurde überarbeitet. Kernelement ist das zentrale 8 oder 9,2 Zoll Display. Das System im T 6.1 wird auch auf natürliche Sprachbefehle reagieren und ist über eine eSIM-Karte mit dem Internet verbunden, die ein neues Spektrum online-basierter Funktionen und Services ermöglicht – Beispiele dafür sind Webradio und Musik-Streaming.

© VW Nutzfahrzeuge

Das neue Digital-Cockpit und das zentrale Infotainment-Display

Elektrische Lenkung und Assistenten

Die fahrtechnisch wichtigste Neuerung betrifft die Lenkung: Erstmals bekommt nun auch der Bulli eine elektromechanische statt einer hydraulischen Lenkung. Das ermöglicht nicht nur die dynamische Anpassung der Lenkkraftverstärkung an die Fahrgeschwindigkeit sondern ist auch die Basis für eine Reihe von Assistenzsystemen. So wird der T 6.1 über einen serienmäßigen Seitenwindassistenten verfügen, der das Fahrzeug bei plötzlich auftretenden Windstößen stabilisiert. Auch ein optionaler Spurhalte- und Einparkassistent sind möglich. Ein Anhängerassistent soll zudem das Reversieren mit Anhänger erleichtern. Dabei erfolgt die Steuerung des Fahrzeugs über den Einstellhebel der Außenspiegel, der in diesem Fall als Joystick funktioniert. Die Kontrolle über den Fahrweg behält der Nutzer über Rückfahrkamera und Monitor. Als weiterer Assistent steht auch ein Ausparkhelfer zur Verfügung, der beim rückwärtigen Ausfahren aus der Parklücke vor nahendem Querverkehr warnen soll.

© VW Nutzfahrzeuge

Die elektromechanische Lenkung ermöglicht diverse Assistenzsysteme, wie zum Beispiel den Anhängerassistenten

Diesel-Motoren und E-Antrieb

Der VW T6.1 wird mit 2.0-Liter-Turbodieselmotoren mit 66 kW / 90 PS bis 146 kW / 199 PS starten. Sie alle erfüllen laut Volkswagen die Abgasnorm Euro-6d-TEMP-EVAP. Über eine Kooperation mit dem Partner ABT soll es den T6.1 künftig sogar als Zero-Emission-Vehicle geben. Je nach Variante steht eine Batteriekapazität von bis zu 77,6 kWh zur Verfügung, wodurch Reichweiten von 432 Kilometer nach NEFZ (!) möglich sein werden. Auch wenn dieser Wert in der Praxis wohl bei Weitem nicht erreichbar ist, ist die Reichweite für den innerstädtischen und regionalen Betrieb von Zustellern, Handwerkern und Servicetechnikern wohl in den meisten Fällen ausreichend. Bis das E-Modell des Bulli verfügbar sein wird, dürfte aber noch einige Zeit ins Land ziehen.

© VW Nutzfahrzeuge

Die neu gestaltete Front des VW T 6.1

Verkaufsstart und Markteinführung

Der Vorverkauf des VW T 6.1 startet für alle Modellvarianten – Transporter, Multivan, Caravelle und California – im Sommer 2019, die Markteinführung ist für Oktober 2019 geplant. Zunächst werden vier Motorvarianten, allesamt 2.0 Liter Turbo-Diesel, zur Wahl stehen: 66 kW/ 90 PS, 81 kW/ 110 PS, 110 kW/ 150 PS und 146 kW/ 199 PS. Als starker Allradmarkt wird in Österreich von VW rund ein Drittel aller Bestellungen mit 4Motion-Antriebstechnik erwartet, die auch in Verbindung mit dem automatischen DSG-Doppelkupplungsgetriebe verfügbar ist. Etwa die Hälfte der Fahrzeuge dürften als Pkw, die andere Hälfte als Lkw über den Ladentisch gehen. So oder so sind aber alle Fahrzeuge der VW T-Baureihe vorsteuerabzugsberechtigt.

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