Die Zukunft der Mobilität

Meinung

Verkommt der Tesla Semi Truck endgültig zur Lachnummer?

Tesla und dessen Chef Elon Musk sind zwar möglicherweise visionär aber auch völlig unberechenbar. Man sollte beginnen, das Unternehmen an seinen Taten und nicht an deren Ankündigungen zu messen.

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Verkommt der Tesla Semi Truck nun endgültig zur Lachnummer? Diese Frage drängt sich auf, wenn man sich die jüngste Verschiebung des Produktionsstarts für den Tesla Semi ansieht. Angeblich soll der schwere Elektro-Truck für den Fernverkehr nun 2020 vom Band laufen, Antriebsstrang und Batterien sollen in der Gigafactory in Nevada produziert werden. Diese soll – wenn sie einmal komplett fertiggestellt ist – übrigens das größte Gebäude der Welt werden. Wer darin einen Hauch von Größenwahn entdeckt, der liegt damit natürlich ebenso daneben, wie jene Kritiker, die in Elon Musks unberechenbaren Ankündigungen eine, womöglich sogar rechtlich relevante, Kursmanipulation seiner Unternehmen erkannt haben wollen. Derartiges führte in der Vergangenheit nicht nur zu Spott und Häme sondern auch zu Konflikten des visionären Milliardärs mit der amerikanischen Börsenaufsicht, weswegen der Tesla-Chef im September 2018 den Vorsitz im übergeordneten Verwaltungsrat auf mindestens drei Jahre abgeben musste, wie die WirtschaftsWoche auf ihrer Website berichtete.

Aber zurück zum Tesla Semi: dieser ist nach aktuellem Kenntnisstand eigentlich kaum mehr als ein Konzeptfahrzeug. Insbesondere die Frage, wie die angekündigt hohe Reichweite des schweren Trucks realisiert werden kann und wie das Problem der Batterieladung im größeren Stil gelöst werden soll, stellt auch Experten vor ein Rätsel. Schon vor über einem Jahr habe ich mich hier über die ersten Vorbestellungen des Tesla Semi lustig gemacht. Die Tatsache, dass abgesehen von Antriebsstrang und Batterien noch nicht einmal der Produktionsstandort des kompletten Tesla Semi bekannt ist, zeigt mir, dass ich damit nicht ganz falsch gelegen haben dürfte. Es ist außerdem interessant, warum die „alten“ Lkw-Hersteller für ihre Produktentwicklung und Produktionsplanung oft Zyklen von mehreren Jahren veranschlagen – vermutlich können sie es einfach nicht besser. Was aber würde man sagen, wenn Daimler, MAN oder irgendein anderer Vertreter der etablierten Lkw-Hersteller ein neues Modell ankündigt und dieses schlicht und einfach nicht liefert?