Maut

Tschechien: Staulage bleibt aus, könnte sich aber ändern

Aufgrund der Mautsystem-Umstellung wurden im Vorfeld Staus an den an den Grenzen zu den Nachbarstaaten befürchtet. Noch zeigt sich die Verkehrssituation milde.

Nach der Einführung eines neuen satellitengestützten Lkw-Mautsystems in Tschechien sind die befürchteten Staus an den Grenzen zu den Nachbarstaaten ausgeblieben. Die Lkw-Fahrer würden sich verantwortungsbewusst verhalten und den Verkehr vor den Registrierungsstellen nicht unnötig aufhalten, sagte ein Sprecher des Mautbetreibers Czechtoll am Montag.

Doch die Situation könne sich relativ schnell ändern. Am Übergang Waidhaus-Rozvadov von Deutschland nach Tschechien waren die Verkaufsstellen für die neuen Bordgeräte demnach komplett ausgelastet, es standen aber ausreichend Lkw-Stellplätze bereit. Am Grenzübergang Lanzhot (Landshut) zwischen Tschechien und der Slowakei bildete sich eine Lkw-Schlange von rund 2,5 Kilometern Länge. Modellberechnungen hatten rund zwölf Kilometer prognostiziert.

Die neue Lkw-Maut war gestern Sonntag, in Betrieb gegangen und ersetzt das alte Mikrowellensystem der österreichischen börsenotierten Firma Kapsch TrafficCom, die gegen die Neuvergabe vor Gericht klagt. Auch am Montag waren laut Mautbetreiber rund 140.000 Lkw und Reisebusse noch nicht für das neue satellitengestützte System registriert. "Die große Unbekannte ist, wann sie nach Tschechien fahren werden", sagte der Czechtoll-Sprecher.

Wer ohne das neue Bordgerät unterwegs ist, dem droht ein Bußgeld von umgerechnet knapp 4.000 Euro. Die Lkw-Maut gilt für alle Fahrzeuge mit einem Zulassungsgewicht von mehr als 3,5 Tonnen. Ab Jahresanfang 2020 wird sie auf rund 900 Kilometer Landstraße ausgeweitet. Für Pkw-Fahrer ändert sich nichts. Sie nutzen weiter die Klebevignette.

(APA/red)