Frachtbeförderung

Transportbarometer: März bislang stärkster Monat bei Frachteingaben in diesem Jahr

Das erste Quartal 2021 gibt allen Anlass zur Zuversicht. Laut dem Timocom-Transportbarometer, das mit den Frachteingaben aus 46 erfassten europäischen Ländern ermittelt wird, übersteigt das erste Quartal nach einem ruhigen Start den Vorjahreswert insgesamt um 58 Prozent. Im gesamten Quartal wurden mehr als 10 Millionen Frachteingaben gegenüber dem Vergleichszeitraum 2020 verzeichnet.

Es geht wieder bergauf im internationalen Frachtwesen. Der stärkste Monat bei den Frachteingaben im ersten Quartal 2021 war der März, wie die Online-Frachtenbörse Timocom in seinem Transportbarometer erhoben hat. Verglichen mit den Werten von März 2019 zeigt sich, dass sich die Anzahl der Eingaben im März 2021 nicht nur von krisenbedingten Schwankungen erholt, sondern sich gemessen am Vorkrisenniveau sogar gesteigert hat. Dabei hat das heurige Jahr zunächst mit einem saisonüblichen Rückgang begonnen. Gegenüber Dezember 2020 wurde im Jänner ein Minus von 16 Prozent verzeichnet. Im Corona-Jahr 2020 war dieses Minus zur selben Zeit jedoch deutlich ausgeprägter. Insgesamt lag der Jänner 2021 um fast 1 Million Frachteingaben über dem Vorjahresmonat.

Dieses Hoch im Jahresvergleich verstärkt sich sogar im Februar 2021, der mit mehr als 3 Millionen Frachteingaben gegenüber 2020 aufwartet. Zum Ende des ersten Quartals steigert sich dieser Wert im März um fast 6 Millionen Frachteingaben mehr als im Vergleichsmonat 2020. In Zahlen ausgedrückt stellt sich das erste Quartal 2021 zu 2020 wie folgt dar: Januar 13 %, Februar 80 % und März 91% mehr Frachtangebote. Insgesamt war das erste Quartal 2021 um 58 Prozent stärker als das Vergleichsquartal 2020.

Starke Inlandsrelationen in Deutschland, Polen und Frankreich

Verglichen mit den Werten aus 2020 entwickelt sich der Binnenverkehr in Deutschland zu Jahresanfang überaus positiv: Januar 5 %, Februar 104 % und März 114 % mehr Frachteingaben in 2021. Die innerdeutsche Entwicklung während des ersten Quartals 2021 spiegelte somit die des gesamteuropäischen Marktes wider. Der Januar startet in der Anzahl der Frachteingaben mit einem leichten Anstieg, der sich im Februar massiv steigert und im März 2021 auf einem hohen Niveau fortsetzt. Dieser Trend lässt auf ein starkes zweites Quartal hoffen, sofern kein harter Lockdown beschlossen wird, der sich auf produzierende Unternehmen auswirkt.

© Timocom

Ein ähnliches Bild ergibt sich für den polnischen Straßengüterverkehr. Gemessen an den Werten aus 2020 verzeichnen die Frachteingaben im polnischen Binnenmarkt über alle drei Monate hinweg einen rapiden Anstieg: Januar 50 %, Februar 80 % und März 146 % in 2021. Dies lässt vermuten, dass das Wirtschaftswachstum in Polen wieder an Geschwindigkeit zunimmt. So ist Polen laut Daten des nationalen Statistikamtes GUS mit einem vergleichsweise milden Rückgang von 2,8 Prozent seines BIP durch das Krisenjahr 2020 gefahren.

Mit diesem Rückenwind und den deutlichen Erholungseffekten im ersten Quartal ist eine Fortsetzung dieses Trends auch im zweiten Quartal 2021 möglich. Auch Frankreich zeigt im ersten Quartal einen merklichen Aufwärtstrend im Binnenmarkt. Das Jahr beginnt in der innerfranzösischen Relation zunächst mit einem Rückgang der Frachteingaben um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Februar sorgt mit 35 Prozent für eine spürbare Verbesserung. Schließlich endet das Quartal mit einem deutlichen Plus von 94 Prozent mehr Frachteingaben im Vergleich zu März 2020.

Laderaumknappheit wird zunehmen

Auffällig ist der starke Rückgang an verfügbarem Laderaum im ersten Quartal 2021. Teilweise sind Einbrüche von -3 bis zu -25 Prozent zu verzeichnen. Dieser Negativtrend resultiert aus der hohen Nachfrage an Transporten. Es ist zu erwarten, dass sich als Folge der „Ever Given“-Havarie die Lage zuspitzen wird.  Sofern kein harter Lockdown beschlossen wird, wird der Transportbedarf im Straßengüterverkehr weiter ansteigen und freier Laderaum folglich noch weniger verfügbar sein. „Die Masse an Gütern, die nun die Häfen ansteuert, wird nicht sämtlich zeitnah abtransportiert werden können. Zudem sind die Kapazitäten an Laderaum für den Nachlauf begrenzt. Dies wird sich in den nächsten Wochen erheblich auf die Verfügbarkeit von Transportkapazitäten im europäischen Inland auswirken“, analysiert Timocom-Sprecher Gunnar Gburek die Folgen der Havarie.

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