Fahrsicherheit

Tesla Cybertruck dürfte so nicht auf die Straße

Auf wenig Gegenliebe scheint nicht nur das Design des viral gegangenen Pick-ups von Tesla zu stoßen, sondern auch seine technische Ausführung. Zumindest in Europa. Ein deutscher TÜV-Experte sieht sogar einen Verstoß der gängigen "Sicherheitsphilosophie".

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Am Wochenende wurden in diversen Medien Artikel veröffentlicht, die behaupten, dass der Cybertruck in seiner jetzigen Form offenbar Probleme haben würde, in Europa überhaupt eine Straßenzulassung zu erhalten. Dieser Ansicht ist jedenfalls TÜV-Experte Stefan Teller von der SGS-TÜV Saar. In seinem Grundkonzept würde das Fahrzeug der „gängigen "europäischen Sicherheitsphilosophie“ widersprechen, äußerte er sich gegenüber der "Automobilwoche". Mit konkreten Erscheinungsdaten hält sich der kalifornische Autobauer Tesla bekanntlich zurück: So auch im Falle seines markant-kantigen Pick-up-Trucks für gut betuchte Elektro-Fans.

Ebenso ist noch unklar, ob das vollelektrische Gefährt überhaupt für den europäischen Automarkt vorgesehen ist oder Tesla ohnehin gar nicht vorhat, es in Übersee zu launchen. Der TÜV-Experte stellt jedenfalls ein geradezu vernichtendes Zeugnis aus: Tesla müsste jede Menge Veränderungen an seinem Cybertruck vornehmen, damit überhaupt an eine Zulassung zu denken ist. Von „starken Modifikationen in der Grundstruktur“ ist die Rede. Die Passagiere würden sich in dem Pick-up-Truck zwar sicher fühlen, seien es aber nicht, so das drastische Urteil des Experten. 

https://youtu.be/dPrcl5f4rhU

Als wichtigen Grund für eine Verweigerung der sogenannten Typgenehmigung für Europa und Deutschland sieht Stefan Teller darin, dass beim Cybertruck hochsteife Bleche benutzt werden. Anders als verlangt, würde sich dadurch im Falle eines Unfalls die Karosserie nicht gezielt verformen, um die Energie des Aufpralls zu absorbieren. Normalerweise soll auf diese Weise das Verletzungsrisiko minimiert werden, wie "Spiegel Online" schreibt. Auch Airbags würden laut Teller da nicht mehr viel ausrichten können.  

In seiner jetzigen Form sieht der TÜV-Experte Stefan Teller keine Chance für eine Zulassung des Cybertrucks in Europa: Der Elektro-Pick-up könnte nicht auf eine Typgenehmigung als Großserienfahrzeug hoffen, heißt es weiter. In seiner jetzigen Ausführung dürfte er damit in Europa schlicht nicht verkauft werden. „Das ist noch eine große Aufgabe für Herrn Musk“, gab der TÜV-Experte dem Tesla-Chef via Automobilwoche noch mit auf den Weg. 

Fülle an Vorschriften für Kfz-Zulassung

Während in den USA sogenannte Light Duty Trucks, zu denen der Cybertruck zählt, von vielen Vorschriften hinsichtlich der passiven Sicherheit der Insassen ausgenommen sind, hat diese in Europa eine größere Bedeutung. In Deutschland sind an den Typgenehmigungsverfahren Hersteller, Behörden und unabhängige technische Dienste wie der TÜV beteiligt. 50 bis 60 Vorschriften müssen dabei eingehalten werden. Zum Vergleich: In den USA haben Autohersteller zum Teil die Möglichkeit, sich die Straßentauglichkeit ihrer Fahrzeuge selbst zu bescheinigen.

Während die Straßenzulassung des E-Pick-ups in Europa also für Probleme sorgen dürfte, entpuppt sich der bereits zugelassene Model X in Sachen Sicherheit als wahres Vorzeigemodell. Beim letzten NCAP-Crashtest ergatterte das Elektro-Auto mit fünf Sternen beim Insassenschutz sogar die Bestmarke. "Das hängt auch mit der umfassenden Ausstattung und den gut funktionierenden Assistenzsystemen zusammen, die einen Unfall verhindern können", fasst Max Lang, NCAP-Experte des ÖAMTC, zusammen. Was Tesla mit seinem strittigen Pick-up noch so alles vorhat, und ob dieser seine Straßentauglichkeit noch finden wird, wird sich erst zeigen. 

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