Verteilerverkehr

KEP-Dienste setzen auf Digitalisierung und Automatisierung

Eine Studie des Bundesverbands Paket und Expresslogistik (BIEK) zeigt einen klaren Trend für Deutschland: KEP-Sendungen nehmen zu, der Umsatz auch.

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Im Vorjahr stieg die Menge der KEP-Sendungen in Deutschland um 6,1 Prozent. Insgesamt wurden 3,35 Milliarden Sendungen transportiert, fast doppelt soviel wie im Jahr 2000 und um rund 190 Millionen Sendungen mehr als im Jahr 2016 (plus 6,1 Prozent). Der Gesamtumsatz der KEP-Branche kletterte auf 19,4 Milliarden Euro - plus 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Ergebnisse dazu liefert die KEP-Studie 2018, die der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) unlängst in Berlin vorgestellt hatte. Darin geht auch hervor, dass für das laufende Jahr mit einem Sendungszuwachs von bis zu 5,5 Prozent zu rechnen ist.

Digitalisierung und Automatisierung

Verheißungsvoll ist auch die Zahl jener, die in der KEP-Branche beschäftigt ist. 2017 arbeiteten rund 229.600 Menschen darin. Das waren wieder gut 10.000 Beschäftigte mehr als im Vorjahr. Haupttreiber für dieses Wachstum war erneut das Endkundengeschäft. Es ist 2017 im nationalen Paketmarkt um rund 9,7 Prozent gewachsen. Es bestätigt sich der Trend, dass B2C-Sendungen am gesamten Sendungsvolumen einen immer größeren Anteil ausmachen. Aber auch die B2B-Sendungen nahmen zu. Hier stieg das Sendungsvolumen im nationalen Paketmarkt um 1,3 Prozent und übertraf das Wachstum des Vorjahres um mehr als das Doppelte.

Die wachsende Nachfrage bedienen die KEP-Dienste immer schneller und individueller. Dafür entwickeln sie digitale Innovationen, automatisieren Prozesse und steigern dadurch ihre Effizienz. Bestehende Geschäftsprozesse werden optimiert, zudem entstehen völlig neue Geschäftsmodelle. Das bietet große Chancen, von denen sowohl Endkunden als auch der Handel profitieren. Die Effizienzsteigerungen beginnen schon im Depot: Sendungen werden automatisch gescannt und zugeteilt, Sortieranlagen fertigen mehr Pakete ab.

Software optimiert die Tourenplanung, sodass Sendungen kurzfristig storniert oder umgeleitet werden können. Empfänger können Sendungen selbst steuern, Verzögerungen werden vermieden. Das alles hilft dabei, die Auslastung der Fahrzeuge zu steigern, unnötige Verkehre zu vermeiden und schon beim ersten Versuch zuzustellen. Genauso profitiert der Handel: Retouren werden schneller abgewickelt, sie gelangen rasch in den Verkauf zurück, Lagerbestände sinken.

„Inzwischen befördern die KEP-Unternehmen hierzulande elf Millionen Sendungen pro Zustelltag und stehen dabei mit etwa sechs Millionen Kunden in Kontakt“, erklärt Florian Gerster, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik. „Das ist eine enorme Serviceleistung, die dank direkter Kommunikation mit den Kunden immer besser wird. Damit stellt die KEP-Branche auch die notwendigen digitalen Weichen für die Zukunft – bis 2022 werden in Deutschland voraussichtlich mehr als 4,3 Milliarden Sendungen jährlich transportiert“, prognostiziert Gerster.

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