Baufahrzeuge

Rallye-Pilot bringt seinen Dakar-Truck ans Limit

Airat Mardeev, Sieger der Rallye Dakar 2015, zeigt im spanischen Malaga, was man mit dem richtigen Pneu auf einem Kamaz-Truck alles anstellen kann.

Von
Baubranche Continental Reifen Baufahrzeuge Baumaschinen

Airat Mardeev, Sieger der Rallye Dakar in 2015 und zuletzt Drittplatzierter in 2018, zeigt mit seinem Kamaz-Truck welche Leistungen mit den Conti CrossTrac Serienreifen von Continental abrufbar sind

https://youtu.be/fUgCQHJuqXs

Beim „Continental Construction Innovation Day 2018” am 17. April im spanischen Malaga setzte der Premiumhersteller seine Reifen-Palette für Lkw und Baumaschinen spektakulär in Szene. Im Mittelpunkt stand der neue Conti CrossTrac, ein Lkw-Reifen für gemischte On- und Offroad-Anwendungen. „Die neuen Conti CrossTrac Reifen vereinen das Beste aus zwei Welten: Sie erweisen sich als robuste und zuverlässige Arbeitstiere auf der Baustelle und ermöglichen maximale Laufleistung, hervorragende Haltbarkeit und komfortable Performance auf der Straße”, erklärte Constantin Batsch, als Vice President Truck Tyres verantwortlich für das Ersatzreifengeschäft in der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika). Gleichzeitig wurden aber auch EM-Spezialreifen für Baumaschinen und Minenfahrzeuge präsentiert. Continental ist in diesem Geschäftsfeld seit zwei Jahren, nach zuvor zehnjähriger Abstinenz, wieder präsent. Die umfangreiche Palette an Spezialreifen von Continental reicht damit von Stapler-Reifen über Landwirtschafts- und EM-Reifen bis hin zu Reifenlösungen für Häfen und Flughäfen. Neben der reinen Produktvorstellung stellte Continental aber vor allem auch den Mehrwert seiner intelligenten Reifenlösungen in den Vordergrund.

Rallye-Pilot Airat Mardeev

Die Präsentation fand am Caterpillar-Testgelände in Malaga statt. Eingeladen waren Pressevertreter, Reifenhändler und Kunden aus ganz Europa. Dabei setzte Continental seine Reifen an Baufahrzeugen und -maschinen unterschiedlicher Größe in Szene, darunter 6x4 und 8x4 Kipperfahrzeuge, Kippsattelzüge, ein Radlader und ein 70 Tonnen schwerer Muldenkipper von Caterpillar. Das absolute Highlight bildete die Showeinlage des russischen Rallye-Piloten Airat Mardeev, dessen Kamaz-Truck mit Reifen von Continental ausgerüstet ist.

© Ludwig Fliesser

So etwas sieht man nicht jeden Tag: der Kamaz Rallye-Truck von Airat Mardeev mit Barry Guildford an Bord kippt in der Kurve

Eine kurze Schrecksekunde erlebten die Zuschauer dabei gleich zu Beginn: Barry Guildford, Verkaufsleiter Nutzfahrzeugreifen Ersatzgeschäft in der Region EMEA, übernahm die Moderation der Vorführung und sollte dazu mit dem Kamaz Rallye-Truck in einem spektakulären Drift zum Podium gebracht werden. In der rasant angefahrenen Kurve kippt der Lkw plötzlich und das neun Tonnen schwere Fahrzeug fällt zur Seite. Guildford entstieg dem Truck wenig später, scheinbar unverletzt, und moderierte die gesamte Veranstaltung bis zum Schluss – eine beachtliche mentale Leistung, die vom anwesenden Publikum mit entsprechendem Applaus honoriert wurde. Am Abend wurde er schließlich zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht.

© Ludwig Fliesser

„Reifen erleben“, das war das Motto des „Continental Construction Innovation Day 2018”

Intelligente Reifen

Alle Radialreifen von Continental sind optional als „iTyres“ verfügbar. Dazu werden die Pneus jeweils mit einem „ContiPressureCheck“-Sensor versehen, der sowohl den Druck als auch die Temperatur der Reifen überwacht. Der nur wenige Zentimeter große, leichte Sensor wird ab Werk mit der Innenseite der Lauffläche verklebt. Die Übermittlung der Zustandsdaten aus dem Inneren des Reifens erfolgt über ein Funksignal, das im Abstand von zwei Minuten automatisch gesendet wird. Die dazu fest im Sensor verbaute Dauerbatterie hat eine Haltbarkeit von rund sechs Jahren. Druck und Temperatur der Pneus können mit einem elektronischen Handgerät ausgelesen werden oder der Fahrer wird im Cockpit alarmiert, sollte zu wenig Luft im Reifen sein oder dieser einen thermisch kritischen Zustand erreichen.

© Ludwig Fliesser

Komplexer Schichtaufbau des Reifengürtels im neuen Conti CrossTrac

Mit „ContiConnect“ kann auch der Fuhrparkmanager über ein Webportal die Reifenzustände überwachen. Dazu werden die Daten über eine Basis-Station vom Sensor ausgelesen und in das System eingespeist. Das Management hat somit volle Transparenz über die Reifenzstände der Flotte. Diese Lösung mit der Erfassung des Reifendrucks über eine Basis-Station bietet sich vor allem bei Fahrzeugflotten an, die immer wieder zum selben Ausgangspunkt zurückkehren. In Schottergruben und Steinbrüchen könnte sie beispielsweise neben der Waage montiert werden, auch eine etwaige Betriebstankstelle bietet sich an. Dort wo die Fahrzeuge ständig in Bewegung sind und selten zum Betriebshof zurückkehren, etwa im Fernverkehr, macht eine Übermittlung der Daten via Telematik Sinn. In rund zwanzig Telematiksystemen von Drittanbietern ist ContiPressureCheck bereits integrierbar, weitere sollen folgen. Der Flottenmanager kann so den Reifendruck seiner Fahrzeuge überwachen, jederzeit und völlig unabhängig davon, wo sie sich in Europa befinden. In Zukunft könnten die intelligenten Reifen sogar noch weitere Services und Dienstleistungen ermöglichen. Bei Continental arbeitet man bereits an einem System zur Erkennung der Reifenabnützung, sodass dem Fuhrparkmanager künftig auch diese Information in Echtzeit zur Verfügung stehen dürfte. Denkbar wäre auch eine direkte Vernetzung mit dem Reifenhändler des Transportunternehmers, sodass bei fortgeschrittener Abnützung automatisch die Bestellung passender Neureifen ausgelöst wird.

Der optionale Druck- und Temperatursensor ist mit der Innenwand des Reifens verklebt

Jedenfalls bieten intelligente Reifen einen klaren Mehrwert für den Kunden. Ein falscher Fülldruck der Pneus wirkt sich negativ auf die Stabilität des Fahrzeugs aus und erhöht den Verschleiß ebenso wie den Spritverbrauch. Die frühzeitige Erkennung und Behebung von problematischen Reifenzuständen bringt somit mehr Sicherheit und spart Kosten, die durch erhöhten Dieselkonsum, Verschleiß oder sogar Ausfälle entstehen.

© Ludwig Fliesser

Der Sensor überträgt die Daten aus dem Reifen zu einem Handlesegerät oder einer Basisstation

Runderneuerte Reifen

Continental bietet selbstverständlich auch runderneuerte Reifen an. Der Kunde hat dabei die Wahl zwischen heiß- und kaltrunderneuerten Pneus. Bei Letzteren wird zunächst die Lauffläche abgetragen und durch einen vorgefertigten Profilstreifen ersetzt, der mit den unteren Schichten des Reifens verklebt wird. Beim Heißrunderneuerungsverfahren  wird zusätzlich auch die Seitenwand erneuert. Durch die neuerliche Vulkanisation verschmilzt die Gummimischung mit den unteren Schichten und der Karkasse, sodass eigentlich ein vollkommen neuer Reifen hergestellt wird. Die Performance der heißrunderneuerten Pneus soll sich von Neureifen folglich auch nicht unterscheiden. Damit diese hohe Qualität sichergestellt wird, werden alle Karkassen vor der Runderneuerung mittels Röntgen überprüft.