Transport

Preisverfall verschiebt Waren von Schiene auf Straße

Der ÖBB-Güterverkehr muss sich dem Straßengüterverkehr ein Stück weit geschlagen geben, wie aktuelle Zahlen zeigen. Schuld daran ist vor allem ein Preisverfall im Transitverkehr.

Der Trend von der Straße auf die Schiene in der Hochphase der Coronavirus-Krise kehrt sich soeben wieder um. "Wir sehen einen massiven Preisverfall im Transit-Lkw-Verkehr", sagte heute, Dienstag, der Vorsitzende der ÖBB-Holding, Andreas Matthä, am Rande einer Pressekonferenz in Wien gegenüber der APA. "Die Mengen, die zu Corona-Zeiten auf die Bahn gekommen sind, gehen wieder zurück auf die Straße."

Der Güterverkehr befindet sich coronabedingt allerdings ohnedies weiterhin in einer schwierigen Situation. Der wirtschaftlichen Lage entsprechend verzeichneten die ÖBB ein Minus von 20 Prozent an Menge, sagte Matthä. "Die Lage ist für uns verschärft, weil die ÖBB als staatliches Unternehmen von Hilfen ausgeschlossen sind", so Matthä. Der wirtschaftlichen Entwicklung entsprechend glaube er für die nächste Zukunft, dass es für den Güterverkehr der ÖBB "auf schwachem Niveau weitergeht".

In Deutschland geht der Güterverkehr der Deutschen Bahn in die Offensive. Die Entwicklung dieser Strategie unter der neuen DB-Cargo-Chefin Sigrid Nikutta würden die ÖBB "interessiert" betrachten. "Wir sind gegenüber Deutschland Partner und Wettbewerber", sagte Matthä. "Wir sind aber sicher, dass Brüssel darüber wacht, dass es zu keiner Wettbewerbsverzerrung kommt."

(apa/red)