Schwerlasttransport

Optimierte Spezialanhänger und Transportmodule schicken schweres Gerät auf die Straße

Schwerlasttransporte erfordern leistungsfähige Spezialanhänger und Transportmodule. Um den Erfordernissen gerecht zu werden, stattet das Unternehmen Goldhofer ihre Fahrzeuge mit Luftfedern und -Schlauchsystemen von Continental aus, die weltweit bei Extremtransporten im Einsatz sind.

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© Continental

1.100 Kilometer geht es vom kanadischen Küstenort Stewart quer durch die grünen Berge Westkanadas. Die Fahrt über enge Bergstraßen und Pässe mit extremen Steigungen ist Teil einer mehr als einjährigen minutiösen Vorbereitung eines der spektakulärsten Transportprojekte der Region: Noch nie zuvor sind Turbinen und Rotorblätter in dieser Größenordnung durch Britisch-Kolumbien bewegt worden, weshalb das Verkehrsministerium der Provinz zunächst eine Leerfahrt verlangt hat. 

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1.100 Kilometer geht es vom kanadischen Küstenort Stewart quer durch die grünen Berge Westkanadas. Die Fahrt über enge Bergstraßen und Pässe mit extremen Steigungen ist Teil einer mehr als einjährigen minutiösen Vorbereitung eines der spektakulärsten Transportprojekte der Region: Noch nie zuvor sind Turbinen und Rotorblätter in dieser Größenordnung durch Britisch-Kolumbien bewegt worden, weshalb das Verkehrsministerium der Provinz zunächst eine Leerfahrt verlangt hat. 

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Gut vorbereitet fand im Anschluss der eigentliche Transport statt, für den das lokale Logistikunternehmen mehrere luftgefederte Pritschenauflieger von Goldhofer eingesetzt hat. Das Unternehmen aus dem bayerischen Memmingen ist weltweit einer der großen Anbieter für Sattelanhänger und Schwerlastmodule, die oft passgenau für die jeweiligen Sondertransporte gefertigt werden. Um die 60 Meter langen Rotorblätter aufnehmen zu können, wurde der Pritschenauflieger um drei ausziehbare Teleskopstufen verlängert. Insgesamt 1.200 Tonnen wog der Schaufelradbagger, der in Britisch-Kolumbien auf zwei parallel geführten Schwerlastkombinationen verlegt wurde. Jede Kombination bestand aus drei Modulen, die durch Hydraulikkupplungen und Leitungssysteme von Continental miteinander verbunden waren und über 32 Achsen verfügten. Vier Tage dauerte der Transport über die 32 Kilometer lange bergige Strecke, die bis zu fünf Prozent Gefälle aufwies. 

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Unglaubliche Kräfte: „Man kann sich leicht vorstellen, wie groß die Kräfte sind, die auf die Luftfedern wirken, zumal bei Transporten mit großen Lasten“, erklärt Hans-Jörg Reinecke, der als Key Accounter den Bereich Nfz-Luftfeder-Erstausrüstung bei Continental betreut. Immerhin kommt der Pritschenauflieger in seiner europäischen Ausführung bei maximal 56 Tonnen Zuladung auf zwölf Tonnen Last pro Achse. Ein weiteres beeindruckende Projekt brachte 36 jeweils 700 Tonnen schwere Brückenpfeiler auf der Insel La Réunion ans Ziel. Die Kombination aus drei Schwerlastmodulen kam in der Ausführung 1+1/2 zum Einsatz: Dabei wird an jeweils einem Schwerlastmodul ein halbes Modul befestigt, um die Auflagefläche breit genug auszuführen. 

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„Bei der Auswahl der Achskombinationen achten unsere Kunden vor allem auf die zulässigen Achslasten, die Wendekreise und die Bodendrücke der geplanten Route, damit die Ladung sicher ankommt“, erklärt Rainer Auerbacher, Generalbevollmächtigter Transport Technologie bei Goldhofer. „Die Module selbst werden durch Hydraulikkupplungen miteinander verbunden, die Continental für den Typ PST/SL samt Leitungssystem zuliefert“, ergänzt der zuständige Key Accounter Dieter Klüschen. „Die Systeme sind bereits vorgefüllt, damit beim Einbau nicht erst die Luft entfernt werden muss.“ Und Zeit ist bekanntlich ein wertvolles Gut. 

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Dieser Sattelanhänger von  Goldhofer eignet sich speziell für den Transport von Windradkomponenten. Die Luftfedern kommen von Continental. Lange Zeit statteten die Achshersteller ihre Produkte mit Blattfedern aus, die heute bei Sattelanhängern und Aufliegern nur noch selten eingesetzt werden. „Blattfedern benötigen zudem mehr Bauraum, vergrößern also die Achsabstände. Bei einem Schwerlastkonvoi über enge Straßen kann das zum Problem werden“, so Hans-Jörg Reinecke. Ein weiterer Vorteil von Luftfedern ist die Möglichkeit, einzelne Achsen des Sattelaufliegers – die sogenannten Liftachsen – heben oder absenken zu können: eine übliche Praxis, um Reifenverschleiß, Achsdruck und damit Straßenhaftung und Kraftstoffverbrauch variieren zu können. „Hebt man die Liftachse an, wird der Reifenverschleiß reduziert und man schont Umwelt und Geldbeutel“.