Wasserstoffbus

ÖBB Postbus: Erster Brennstoffzellenbus nimmt Testbetrieb auf

Drei Wochen reichen der ÖBB Postbus aus, um über die Vor- beziehungsweise Nachteile eines mit Wasserstoff betriebenen Linienbuses bescheid zu wissen. Dann geht es für den aus den Niederlanden stammende Omnibus wieder nach Hause.

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Postbus-Geschäftsführerin Silvia Kaupa-Götzl und Bundesverkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) posieren vor dem Brennstoffzellenbus. 

ÖBB Postbus startet den ersten Testbetrieb eines Brennstoffzellenbuses in Österreich. Der mit Wasserstoff betankte Personenbus wird für drei Wochen auf der Strecke der Vienna Airport Lines (Flughafen Schwechat – Wien) im Praxiseinsatz sein. „Als größtes Busunternehmen Österreichs sehen wir es auch als unsere Verantwortung einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Unser Ziel ist es, unsere Busverkehre langfristig auf alternative Antriebe umzustellen“, sagt die Geschäftsführerin von Postbus, Silvia Kaupa-Götzl mit Verweis auf die ambitionierte Klima- und Energiestrategie des Bundesministeriums #mission2030. 

Wasserstoff als Kraftstoff für den E-Motor

Ein wesentlicher Unterschied zu batteriebetriebenen Bussen ist, dass die Stromerzeugung direkt im Fahrzeug geschieht. Dazu werden in der Brennstoffzelle eines Elektromotors Wasserstoff und Sauerstoff vermischt, wodurch im Zuge einer chemischen Reaktion Strom erzeugt wird. Die Reichweite eines wasserstoffbetriebenen Busses beträgt laut Hersteller rund 400 Kilometer pro Tankfüllung. Wasserstoffbusse wären daher auch für den Überlandverkehr geeignet. Einen Vorteil liefert der Wasserstoffbus im Winterbetrieb: Bei der chemischen Reaktion in der Brennstoffzelle entsteht Wärme, die im Winter für die Beheizung genutzt werden kann.

Zur Verfügung gestellt wird der Bus von der Firma „ebe EUROPA“. Der Bus musste per Tieflader aus den Niederlanden geliefert, da auf der Strecke kein ausreichendes Tankstellennetz vorhanden ist. Das Tanken mit Wasserstoff dauert im Normalbetrieb, bei einer fix installierten Tankstelle rund 15 Minuten (für 30 bis 35 Kilogramm Wasserstoff). Für den Testbetrieb hat Postbus eine mobile Tankstelle von der Firma Linde aus Deutschland geliefert bekommen. Die Betankung benötigt hier etwa drei Stunden. 

In Europa existieren laut Geschäftsführerin Kaupa-Götzl 15 Projekte mit Wasserstoffbussen, wobei die Niederlande eine Vorreiterrolle einnehmen, sich aber auch in Deutschland und England schon „sehr viel tut“. „Österreich springt zur richtigen Zeit auf“, so Kaupa-Götzl. Doch auch abseits des Postbusses regt sich was in Österreich: Ab September 2019 sollen sieben Wasserstoffbusse ins Grazer Öffi-Netz eingespeist werden. Für 2022 ist der Betrieb einer Schmalspurbahn im Zillertal mit Wasserstoff geplant.

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