TRUCK RACE - SASCHA LENZ

Neues Design für das Windpower MAN-Race Truck Team

Ein Hingucker: Für die kommende Saison erstrahlt der 5,3 Tonnen schwere MAN-Rennbolide „Stella“ in einer auffälligen Farbkombination. Die Basis des Fahrzeugs wurde ebenfalls mit Hingabe überarbeitet. Mit an Bord ist auch weiterhin der Reifenpartner Windpower.

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Gewagtes Äußeres: Mit dem neuen Renntruck traut sich das Windpower MAN-Race Truck Team an grellere Farben, die mit schwarzen Designelementen erst richtig zur Geltung kommen. 

Der talentierte deutsche Renntruckfahrer Sascha Lenz, der 30-Jährige schaffte es 2017 zum zweiten Mal beim European Truck Racing Championship (FIA) aufs Podium, präsentierte jüngst den neuen Windpower MAN-Race Truck für die kommende Saison. Komplett neu ist die Folierung des 5,3 Tonnen schweren Rennboliden und das Chassis.  

Mit optischen Reizen wurde nicht gegeizt: Ein knalliges Grün und Gelb bilden nun den Kontrast zum gesetzten, angriffslustig wirkenden Schwarz. Ein Wiedererkennungswert ist jedoch geblieben: „Mit Windpower als altem und neuem Hauptsponsor macht sich Sascha Lenz auf den Weg zu neuen Rennerfolgen“ erklärt Henrik Schmudde, Marketingleiter bei Bohnenkamp, Vermarkter von Windpower Reifen. 

Familie mit Engagement

Lenz gilt zwar als zweitjüngster Fahrer im Feld und ist auch mit dem kleinsten Team unterwegs, dennoch dürfte er sich jetzt schon den Respekt den anderen Mitstreiter gesichert haben. „Als ich im Weg stand, wurde ich einfach weggeschoben“ berichtet der 30-jährige von seinen Anfängen im Truck Race. Heute ist er akzeptiert, was sich auch daran zeigt, dass er mit René Reinert, in der Teamwertung fährt. Mit dem überarbeiteten Truck möchte Lenz dafür sorgen, dass das auch so bleibt, wie er im Interview erzählt. 

Für Lenz ist der Renntrucksport Familiensache, wie auch Vater Heinz-Werner Lenz, der selbst fährt, bestätigt: „Wer mit acht Jahren einen Lkw fahren kann, mit zehn einen Renntruck auf dem Waschplatz und durch das Fahrerlager lenkt, der muss doch einfach auf die Rennstrecke.“ Der Vater nimmt selbst an Truck-Rennen teil und hat einen eigenen Rennstall. Mutter Silvia Lenz ist Teammanagerin von Sohn Sascha. „Wir sind das kleinste Team im gesamten Truck-Race-Zirkus. Andere fahren mit zehn Mechanikern zum Rennen, wir haben manchmal nur zwei vor Ort.“, betont sie. Aber: „Wir gewinnen im Team und wir verlieren im Team“, sind sich Silvia und Sascha einig.

Talent und Können dürfte Sascha Lenz zwar von seinem Vater mitbekommen haben, doch darauf kann er sich nicht mehr ausruhen: „Früher ging es viel um Gefühl und Mechanik, heute sind die Trucks computergestützt. Neben dem Instinkt des Fahrers spielt also auch die Datenanalyse eine entscheidende Rolle. Außerdem waren die Trucks früher beweglich wie eine Ziehharmonika, heute sind sie eher steif“, erklärt er.  

Vom Exterieur bis zum Chassis

Nicht nur in optischen Belangen ist das neue Gefährt, getauft auf den Namen„Stella“, für die kommende Saison bereit, auch das Chassis wurde in Eigenarbeit komplett neu gebaut. Laut eigener Angaben habe das Team um Sascha Lenz die gesamte Erfahrung der letzten Jahre in den neuen Truck einfließen lassen.

Neben seiner Vier-Mann-Crew haben zahlreiche Helfer in den vergangenen Wochen und Monaten ihre Freizeit damit verbracht, den Truck den Anforderungen der Saison 2018 entsprechend fertigzustellen. In dieser Woche geht es zum Testen nach Ungarn. Dort können Sascha und seine Crew den Renntruck unter Rennbedingungen ausprobieren und optimieren.

MAN und Windpower setzen Kooperation fort

Für die Saison 2018 setzt Lenz erneut auf eine MAN-Motorisierung und zum sechsten Mal in Folge auf den Reifenpartner Windpower. Der 12-Liter-Hubraum beschleunigt die mehr als 1.100 PS starke Maschine auf die Maximalgeschwindigkeit von 160 km/h. Sascha Lenz wird in der Saison 2018 bei allen Meisterschaftsläufen starten. 

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