Leasing

Nachfrage nach Dieselfahrzeugen im Firmenwagen-Bereich konstant

Die anhaltenden Diskussionen über Dieselfahrzeuge und deren Schadstoffemissionen, sowie vermehrte Verdachtsmeldungen über Manipulationen seitens einiger Autohersteller, haben auf die Nachfrage im Firmenwagen-Geschäft offenbar keine signifikante Auswirkung.

Finanzierung Leasing Raiffeisen Transporter

Wir haben uns mit DI Renato Eggner, Geschäftsführung der Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement GmbH, zum Gespräch über die Auswirkungen der anhaltenden Dieselkrise getroffen. Während gerade ein Wettlauf der Ideen im Gange ist, wie man Dieselfahrzeuge zurückdrängen könnte – von der Anhebung der Mineralölsteuer auf Diesel bis hin zu Fahrverboten im urbanen Bereich – zeigt sich der Trend zum Dieselantrieb im Fuhrparkbereich ungebrochen. Und das, obwohl im österreichischen Pkw-Gesamtmarkt heuer der Anteil an neuzugelassenen Diesel-Pkw um 6,6 % gesunken ist. Insgesamt entwickelte sich der Pkw-Absatz mit einem Zuwachs von 7,9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum äußerst positiv, wobei vor allem Benzinfahrzeuge sowie Elektro- und Hybridautos deutlich zulegten (Statistik Austria, Jän.-Juli).

DI Renato Eggner, GeschäftsführungRaiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement GmbH © studio@davidsailer.com
DI Renato Eggner, GeschäftsführungRaiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement GmbH

Bei den Firmenkunden im Fuhrparkmanagement der Raiffeisen Leasing scheint die Nachfrage nach Dieselfahrzeugen hingegen konstant. „Der Dieselantrieb ist bei den meisten Anwendungen noch nicht ersetzbar bzw. wäre ein Benziner deutlich unwirtschaftlicher. Wenn, dann steigen die Kunden gleich auf ein Fahrzeug mit Elektro- oder Hybridantrieb um“, sagt Eggner. Denn bei den E- und Hybridfahrzeugen haben sich die Leasinganfragen zuletzt verdreifacht. Diesbezüglich hat sich offenbar auch das Maßnahmenpaket der Bundesregierung, bestehend aus steuerlichen Anreizen für E-Fahrzeuge, Wegfall des Sachbezugs für batterieelektrische Firmenwagen, die Direktförderung der Anschaffung sowie die Förderung der Ladeinfrastruktur positiv ausgewirkt. Trotzdem: das Fahrzeug muss für die jeweilige Anwendung passen. Um das auch zu gewährleisten, unterstützt die Raiffeisen Leasing ihre Kunden mit individuellen Fahrprofilanalysen und realistischen Kostenrechnungen im Vorfeld der Anschaffung.

Pkw-Neuzulassungen nach Kraftstoffarten; Jän.-Juli 2017 © Quelle:Statistik Austria
Pkw-Neuzulassungen nach Kraftstoffarten; Jän.-Juli 2017
Dieselgebrauchtmarkt intakt

Auch der Gebrauchtwagenmarkt zeigt sich bislang von den Diskussionen rund um Dieselfahrzeuge unbeeindruckt, wie Eggner betont. Sogar Autos, die von möglichen Umrüstungsmaßnahmen oder Softwareupdates betroffen sind, werden nach wie vor ohne Einschränkungen gehandelt. Auch das Preisniveau bleibt konstant. „Händler und Käufer vertrauen offenbar darauf, dass die betroffenen Automobilhersteller entsprechende Lösungen finden und die Fahrzeugbesitzer schadlos halten“, meint Eggner. „Der Gebrauchtwagenmarkt ist außerdem stark internationalisiert“, erklärt Eggner weiter. Viele Fahrzeuge würden daher auch in Länder verkauft, wo die Thematik derzeit noch keine so große Rolle spielt.

Forderung nach Vorsteuerabzug

Eggner bringt auch eine nicht ganz neue Forderung aufs Tapet: Die Wiedereinführung der Vorsteuerabzugsberechtigung für Firmenwagen. „Fahrzeuge der Abgasstufe Euro III und älter sind heute für 49 % der Schadstoffemissionen verantwortlich“, sagt Eggner. Kaufanreize wie die Vorsteuerabzugsberechtigung oder Verschrottungs- und Eintauschprämien würden die Erneuerung des Fahrzeugbestands beschleunigen. Auch der Leasingbereich trägt seinen Teil dazu bei, wie Eggner betont. Schließlich seien geleaste Fahrzeuge im Schnitt wesentlich jünger als der generelle Bestand und verfügen daher auch über den neuesten Stand der Technik.

Aufruf zur Besonnenheit

In jedem Fall müsste man der Diskussion rund um Dieselautos mit der Schaffung von sinnvollen Rahmenbedingungen und einem Gesamtpaket an Maßnahmen begegnen. „Radikale Aussagen im Wahlkampf helfen hier niemandem“, sagt Eggner und gibt dabei auch die Bedeutung der Autoindustrie für den Wirtschaftsstandort Österreich zu bedenken: „Man kann nicht die ganze Wirtschaft umbringen. Es gibt 450.000 Leute, die in der Automobilbranche arbeiten, auch im Motorenbau.“ Man müsse der Industrie daher Zeit geben, sich an künftige Zielvorgaben und veränderte Rahmenbedingungen seitens der Politik anzupassen. Eine Abkehr vom Diesel von heute auf morgen wäre diesbezüglich wenig sinnvoll.