Lkw

Mercedes startet Offensive für sicheres Abbiegen

Gratis-Aktion für mehr Sicherheit: Der Abbiegeassistent zur Unfallmeidung beim Rechts-Abbiegen ist bei Bestellung eines neuen Mercedes-Lkw von April bis Ende Mai kostenlos dabei.

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Lebensgefahr: im toten Winkel sind Radfahrer und Fußgänger für den Lkw-Lenker nicht zu sehen

Ein klares Signal für mehr Sicherheit setzt Mercedes-Benz beim Abbiegeassistenten: Dieser wird in allen Fahrzeugen, die von April bis Ende Mai 2019 bestellt werden, kostenfrei verbaut. Das Angebot gilt für Einzelkunden und alle Baureihen und Konfigurationen, in denen das System aktuell verfügbar ist. Derzeit sind das die Modelle Actros, Arocs, Antos und Econic. Mercedes will damit angesichts der öffentlichen Diskussion um das Thema Abbiegeassistent seine Kunden und auch die breite Öffentlichkeit davon überzeugen, dass diese Assistenzsysteme voll funktionstüchtig und technisch ausgereift sind.

„Ich muss ganz ehrlich sagen: mich hat es persönlich dann doch etwas geärgert, dass es in Summe jetzt so dargestellt ist gegenüber der Öffentlichkeit, dass die Systeme nicht technisch ausgereift sind. Wir haben den Abbiegeassistenten schon länger im Fahrzeug verbaut. Wir haben die entsprechenden Erfahrungen aus dem Echteinsatz. Das System ist ausgereift, es funktioniert sehr gut“, sagte Doreen Laubsch, noch in ihrer Rolle als Truck-Geschäftsführerin von Mercedes-Benz Österreich. Für Einzelkunden, also im klassischen Händlergeschäft, schenkt Mercedes den Abbiegeassistenten deshalb beim Lkw-Kauf dazu, damit sich die Kunden im Echteinsatz davon überzeugen können, wie gut das System funktioniert. „Mit dieser Aktion geben wir Unternehmern und Fahrern in Österreich die Möglichkeit, das technisch ausgereifte System flächendeckend am Markt zu testen und unsere Lkw noch sicherer zu machen“, betont Laubsch.

Auch Vertriebsleiter Claus Harr unterstreicht die Funktionstüchtigkeit des Assistenten: „Mit dieser Aktion wollen wir eine flächendeckende Anwendung sicherstellen, weil einige wilde Gerüchte kursieren, wie das System den Fahrer nervt, et cetera – und das ist absolut nicht gegeben. Das System ist hundertfach, tausendfach bewährt. Es ist also auch nicht so, dass es ein fehleranfälliges System ist.“

© Ludwig Fliesser

Doreen Laubsch, Truck-Geschäftsführerin und Claus Harr, Lkw-Vertriebsleiter, Mercedes-Benz Österreich

Natürlich könne, wie bei jedem System, auch beim Abbiegeassistenten einmal eine Störung auftreten. Aber es käme auch kein Mensch auf die Idee, wenn bei einem Laptop einmal eine Störung auftritt, zur Schreibmaschine zurückzukehren, meint Vertriebsleiter Harr und stellt klar: „Eine hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben, der Fahrer bleibt der Hauptakteur im Fahrzeug derzeit. Dennoch sind es natürlich tolle Systeme und wir wollen damit zur Verbreitung beitragen, da wir auch ein hohes Interesse daran haben, dass der Lkw in einen besseren Ruf gerät. Und wenn Systeme todgeredet werden, dann müssen wir sagen: Nein, wir wirken dem entgegen!“

Der Abbiegeassistent ist für die Econic-Baureihe sogar nachrüstbar. Beim Actros wird die Nachrüstbarkeit derzeit noch von technischer und wirtschaftlicher Seite geprüft. In Summe mache sich jedenfalls seit Beginn der öffentlichen Diskussion – trauriger Anlassfall war der Tod eines neunjährigen Kindes durch einen abbiegenden Lkw – ein positiver Trend bemerkbar. Die Kunden seien hinsichtlich des Themas sensibilisiert und auch die Nachfrage nach Abbiege-Assistenzsystemen sei gestiegen.

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Mehrstufiges Warnsystem: Die dreieckige LED an der rechten A-Säule leuchtet zunächst orange, dann blinkt sie rot. Schließlich leuchtet sie dauerhaft rot und es ertönt ein durchdringender Warnton

Funktionsweise des Abbiegeassistenten

Befindet sich eine Person oder ein Objekt seitlich auf der Beifahrerseite, wird der Fahrer optisch informiert: In der A-Säule auf der Beifahrerseite leuchtet in Blickhöhe des Fahrers eine gelbe LED in Dreiecksform auf. Sie lenkt die Aufmerksamkeit des Fahrers auf den Außenspiegel der Beifahrerseite. Bei Kollisionsgefahr erfolgt eine zusätzliche optische und akustische Warnung: Die LED-Leuchte blinkt rot und leuchtet nach zwei Sekunden permanent rot. Zusätzlich ertönt zeitgleich ein durchdringender Warnton.

Erkennen die Sensoren beim Abbiegen in der Schleppkurve des Aufliegers ein stationäres Hindernis wie eine Ampel oder einen Lichtmast, erfolgt ebenfalls eine optische und akustische Warnung. Der Fahrer erhält so die Möglichkeit, rechtzeitig zu bremsen. Die Schleppkurvenwarnung ist bis zu einer Geschwindigkeit von 36 km/h aktiv. Beim Spurwechsel nach rechts zum Beispiel auf Autobahnen, ist der Abbiege-Assistent im vollen Geschwindigkeitsbereich bis 90 km/h aktiv.

© Ludwig Fliesser

Der Abbiegeassistent funktioniert bei Solofahrzeugen sowie Sattel- und Gliederzügen. Zwei Radarsensoren am Rahmen auf der Beifahrerseite erfassen eine 3,75 Meter breite Zone über die komplette Länge des Lastzugs

Herzstück des Abbiege-Assistenten sind zwei Nahbereichs-Radarsensoren am Rahmen auf der Beifahrerseite des Lkw. Die seitliche Überwachungszone hat eine Breite von 3,75 m. Das System ist so ausgerichtet, dass es die komplette Länge des gesamten Lastzugs abdeckt. Das betrifft sowohl Solofahrzeuge als auch einen kompletten Sattel- oder Gliederzug mit bis zu 18,75 m Länge. Darüber hinaus wird dieser Streifen sogar um zwei Meter nach vorn vor den Lkw und zwei Meter hinter Auflieger- bzw. Anhängerende ausgedehnt.

Mercedes-Benz hat bereits 2014 den Prototyp des Abbiege-Assistenten vorgestellt. Ausgeliefert wird der Abbiege-Assistent seit Dezember 2016 und ist für die Baureihen Actros, Antos und Arocs sowie für den Econic und Setra Reisebusse verfügbar.