Protest

MAN-Streikende marschieren in Steyr auf

Heute ist der Tag gekommen, an dem in Steyr die Beschäftigten gegen die Aufkündigung des Standort- und Beschäftigungssicherungsvertrags protestieren.

Am Donnerstag, den 15. Oktober, marschiert die Belegschaft von MAN durch die Altstadt von Steyr. Protestiert wird gegen den rigorosen Stellenabbau durch die geplante Schließung des dortigen MAN-Werks. Auf der Kippe stehen rund 2.300 Arbeitsplätze, nach letztem Stand soll das Werk bis 2023 geschlossen werden. Um 12.30 Uhr startet der seit Tagen angesagte Protestmarsch. Laut Polizeiinspektion Stadtplatz werden alle relevanten Kreuzungen von Beamten besetzt. Wie viele Polizisten im Einsatz sind, könne man nicht genau sagen. Es stehe aber eine Einsatzreserve bereit.

SPÖ-Spitze vor Ort

Unter den Teilnehmern befindet sich auch politische Prominenz. Neben dem Steyrer Bürgermeister Gerald Hackl (SPÖ), der die Begrüßung übernimmt, meldet sich auch SPÖ-Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner zu Wort. Vertreter der Gewerkschaft sind ebenfalls als Gastredner geladen. Der MAN-Betriebsratsvorsitzende Erich Schwarz informiert die Menge über den aktuellen Stand der Dinge.

Betriebsratschef lässt Vertrag prüfen 

Derzeit werden alle Daten von den Rechtsanwälten zusammengesammelt und geprüft“, sagte Betriebsratschef Schwarz am Mittwoch. Die Hoffnung liege nach wie vor darin, dass der Standort- und Beschäftigungssicherungsvertrag, der bis 2030 gegolten hätte, nicht kündbar sei. Dieser wurde vom MAN-Konzern jedoch Ende September vorzeitig aufgelöst, obwohl er erst am 4. Dezember 2019 unterzeichnet wurde.

Nur drei Monate später folgten über Medien erste Gerüchte, dass der Standort in Steyr geschlossen werden soll. Diese dementierte der Konzern zunächst gegenüber dem Betriebsrat. „Das ist eine Sauerei bis zum Gehtnichtmehr“, sagte Schwarz gegenüber der Tageszeitung Kurier beim Bekanntwerden der konkreten Schließungspläne. Insgesamt will der Lkw- und Bushersteller MAN, der zum VW-Konzern gehört, weltweit 9.500 Stellen abbauen. Dabei werde es jedoch vermutlich nicht bleiben, bedenkt man etwa die Auswirkungen auf Zulieferer. „In Steyr kann man die 2.300 verdoppeln“, sagte Schwarz im September.