Zulieferer

Knorr-Bremse sieht sich auf Abschwung des Lkw-Markts vorbereitet

Während Branchenexperten im kommenden Jahr globale Markteinbrüche von 15 bis 30 Prozent erwarten, rechnet Knorr-Bremse in seiner Lkw-Sparte mit einem milderen Umsatzrückgang.

Der Abschwung der Nutzfahrzeugindustrie trifft den deutschen Zulieferer Knorr-Bremse nach dessen Angaben weniger stark als andere Unternehmen. Während Branchenexperten im kommenden Jahr in den verschiedenen Weltregionen Markteinbrüche von 15 bis 30 Prozent erwarten, rechnet Knorr-Bremse in seiner Lkw-Sparte nach Angaben vom Mittwoch lediglich mit einem Umsatzrückgang von fünf bis 15 Prozent.

"Wir sind gut präpariert für ein möglicherweise schwierigeres Jahr 2020", sagte Finanzvorstand Ralph Heuwing der Nachrichtenagentur Reuters bei der Vorlage der Quartalsbilanz. Gründe dafür seien ein zunehmender Anteil von Knorr-Bremse an der Wertschöpfung infolge komplexerer Bremssysteme, ein Anstieg des eigenen Marktanteils und das lukrativen Wartungsgeschäfts.

Deshalb werde die Umsatzrendite im Lkw-Geschäft 2020 lediglich moderat zurückgehen, sagte Heuwing. Im etwas größeren Bahngeschäft hingegen rechne der Vorstand mit einem leichten Anstieg von Umsatz und operativer Marge. Knorr-Bremse achte weiter strikt auf die Kosten. So hatte der Konzern die Schließung eines Werks im nordrhein-westfälischen Wülfrath angekündigt und den defizitären Bahnzulieferer Powertech verkauft.

Auch in den neun Monaten bis Ende September trotzte der Bremsenhersteller der Konjunkturflaute und steigerte Umsatz und Gewinn. Bei einem Umsatzplus von 6,4 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro stieg der operative Gewinn  um 12,1 Prozent auf 982 Millionen Euro. Der Auftragseingang erreichte fast den hohen Vorjahreswert von 5,3 Milliarden Euro. Dabei sorgten nach wie vor das Nordamerika- und Asien-Geschäft für Rückenwind.

Der Vorstand bekräftigte das Ziel, Umsatz und Ergebnis im laufenden Jahr zu steigern. Dennoch gaben die Aktien von Knorr-Bremse um gut drei Prozent nach. Händler begründeten die Kursverluste damit, dass die Zahlen schlechter als erwartet ausgefallen seien.

(APA/red)