Positive Bilanz

IAA hat Erwartungen übertroffen

Das Motto der diesjährigen IAA – „Ideen sind unser Antrieb“ – wurde voll eingelöst. Die gesamte Nutzfahrzeugbranche zeigte ihre Innovationskraft – dafür stehen die 332 Welt- und über 100 Europapremieren.

Drei große Themen haben diese IAA dominiert: Elektromobilität, Digitalisierung, Urbane Logistik.

Elektromobilität

So gut wie jeder Hersteller von Stadtbussen und Vans hat Modelle mit Elektro- und Hybridantrieb im Portfolio. Etliche davon sind schon auf der Straße unterwegs, viele weitere kommen in nächster Zeit. Das heißt: In den Städten wird in Zukunft immer mehr emissionsfreie Mobilität möglich sein, Busse und Transporter werden flüsterleise durch die Straßen fahren. Dies gilt mittelfristig auch für schwere Lkw im Verteilerverkehr. Eine neue Lebensqualität für urbane Räume wird damit erkennbar.

Digitalisierung

Das ist der größte und umfassendste Innovationstreiber. Die Vernetzung und Automatisierung des Nutzfahrzeugs geht weiter über die bisher bekannten Assistenzsysteme hinaus. Ein Beispiel: Lkw, auf Autobahnen und Fernstraßen elektronisch vernetzt und digital angekoppelt (Platooning) können ihren Spritverbrauch und ihre CO2-Emissionen deutlich senken. Gleichzeitig erhöht Platooning die Sicherheit, die „Schrecksekunde“ entfällt, die vernetzte Elektronik reagiert sofort. Die Vernetzung bringt für den Fernfahrer zudem den Vorteil, dass er einen freien Stellplatz „digital reservieren“ kann.

Urbane Logistik

Einen Quantensprung bietet die Digitalisierung in den Städten: Mehr Sicherheit, mehr Effizienz, mehr Lebensqualität. Rundum-Kameras und Sensoren an den Fahrzeugen sind hier zu sehen, so dass der „tote Winkel“ und die damit verbundenen Gefahren der Vergangenheit angehören werden. Die Anlieferung der Waren erfolgt „on demand“, individuell und pünktlich. Für die Städte noch Vision, aber für Ziele in ländlichen Räumen oder an Bergstationen heute schon vorstellbar: Der Transporter wird unterstützt durch Lieferdrohnen, die zur jeweiligen Haustür „ausschwärmen“.

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Im Rahmen der New Mobility World logistics wurden diese Themen auf zahlreichen Kongressen, auf der Live-Bühne im Freigelände, bei den „Guided Tours“ und bei vielen Elektro-Probefahrten auf dem IAA-Gelände behandelt und konnten erlebt werden.

Zulieferer besonders stark vertreten

Sehr stark vertreten auf der IAA waren die Zulieferer: Jeder zweite der 2.013 Aussteller zählt zu dieser Herstellergruppe. Noch höher ihr Anteil an den IAA-Weltpremieren: 72 % (239) der 332 Weltpremieren kamen von Zulieferunternehmen, vor allem im Bereich Elektromobilität und Digitalisierung. Ähnlich hoch war ihr Anteil an den Europapremieren (71 %). Auch die Hersteller von Anhängern und Aufbauten waren mit ihren vielen Neuheiten sehr präsent. Hautnah zu erleben war ihre wachsende Bedeutung für die Wertschöpfung, von alternativen Antrieben bis zu neuen Services, gleichzeitig verschieben sich klassische Grenzen zwischen Lieferant und Hersteller mit Digitalisierung und neuen Geschäftsmodellen.

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Besonders stark vertreten waren auf dieser IAA die Busse. Und es ist kein Zufall, dass vier der fünf Kandidaten für den renommierten „Bus of the Year“-Award Busse mit Elektroantrieb waren. Der Trend ist klar: Eine Branche steht zunehmend unter Strom. Und das, obwohl der Bus ohnehin schon absoluter CO2-Champion ist.

Noch internationaler geworden

Die IAA ist noch internationaler geworden. Der Anteil der ausländischen Aussteller betrug 61 % (2014: 59 %). Die Zahl der ausstellenden Länder stieg auf 52 (2014: 45). Zu den Top-5 aus dem Ausland zählten China (229), Italien (145), die Niederlande (121), die Türkei (92) und Frankreich (85). Gut jeder dritte Aussteller kam aus Europa (ohne Deutschland), jeder fünfte aus Asien.

Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) ©
Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA)

„Die Besucherzahlen sind nicht direkt vergleichbar, weil die IAA 2016 neun Tage dauert, 2014 waren es zehn. Wir sind mit der deutlich höheren Zahl an Pressekonferenzen diesmal einen Tag später gestartet. Dennoch kommen pro Tag im Schnitt mehr Menschen auf die IAA als vor zwei Jahren“, erklärte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), anlässlich der IAA-Abschluss-Pressekonferenz. „Wir freuen uns über nahezu 250.000 Besucher, ein sehr, sehr gutes Ergebnis. Und wir haben damit – trotz der kürzeren Dauer der Messe – das Niveau des Jahres 2014 übertroffen.“

© VDA/IAA
Großes Fach-Rahmenprogramm

Zudem ist die IAA ein großer Kongress mit 27 fachbezogenen Veranstaltungen und Events mit insgesamt rund 4.400 Gästen. „Ich erwähne hier nur beispielhaft den CarIT-Kongress, die beiden ‚IAA-Klassiker‘ Gefahrguttag und Ladungssicherung sowie die neuen Symposien der New Mobility World logistics, darunter die Dronemaster Logistics und das ‚Lab16 – Startups meet Industry‘“, so Matthias Wissmann. „Insbesondere mit dem Lab16 haben wir ein völlig neues Event-Format geschaffen, bei dem sich Start-ups und Industrie treffen und pfiffige neue Ideen entwickeln. Begleitet wurde das Lab von einem 24-Stunden-Hackathon, bei dem Studenten unter Hochdruck kreative IT-Lösungen für einen deutschen Nutzfahrzeughersteller erarbeiteten.“