Lkw

Güterbeförderungsgewerbe will Lang-Lkw für den Klimaschutz

Der Fachverband für das Güterbeförderungsgewerbe plädiert neben der Einführung von Lang-Lkw für eine "Aufhebung von oft nicht miteinander abgestimmten Lkw-Fahrverboten" sowie eine höhere Zahl an gasgetriebenen Lkw.

Der Fachverband für das Güterbeförderungsgewerbe in der Wirtschaftskammer hat heute eine alte Forderung wiederbelebt - die Einführung von Lang-Lkw, also Lastwagen mit einer Länge von bis zu 25,5 Meter anstatt der derzeit erlaubten 18,75 Meter. Dadurch lasse sich etwa die Anzahl von Transit-Lkw-Fahrten durch Tirol um rund 600.000 reduzieren, rechnet Verbandsobmann Günther Reder heute vor.

"Die österreichischen Transporteure bekennen sich zum Klimaschutz und zur CO2-Reduktion", so Reder, der neben Lang-Lkw noch eine "Aufhebung von oft nicht miteinander abgestimmten Lkw-Fahrverboten" sowie eine höhere Zahl an gasgetriebenen Lkw fordert. "Hier nimmt Deutschland durch die Mautbefreiung solcher Fahrzeuge eine umweltbewusste Vorreiterrolle im Straßengüterverkehr ein", so der Fachverbandsobmann am Freitag in einer Aussendung.

Zuletzt war die Diskussion über Lang-Lkw im Jahr 2013 aufgekocht. Damals ging es aber nicht nur um eine Verlängerung der Lastwagen, sondern auch um ein höchst zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 60 Tonnen - derzeit liegt es bei bis zu 45 Tonnen. Seinerzeit haben sich Asfinag, SPÖ, Grüne und Gewerkschaften gegen die sogenannten "Gigaliner" ausgesprochen.

Neben der Belastung der Straßen - ein 60 Tonnen-Lkw wiegt in etwa das 50-fache eines Kompaktwagens - wurde von der Asfinag auch davor gewarnt, dass die Bergung bei Unfällen und im Schnee stecken gebliebenen Lkw noch schwieriger wäre. 

Folgende drei Handlungsstränge gibt der Fachverband für das Güterbeförderungsgewerbe: 

1. Vermeiden

Derzeit können Lkw in Österreich aufgrund der weit über 100 regionalen und überregionalen Lkw-Fahrverbote nicht die kürzeste Strecke fahren, sondern werden zu weiten Umwegverkehren gezwungen. „Das jüngste steirische Fahrverbotsbeispiel der B320 zeigt eindrucksvoll, dass hier entgegen dem Umweltschutzgedanken gehandelt wird und Umwege von bis zu 110 Kilometer gefahren werden müssen“, sagt Reder. Dem müsse ein Ende gesetzt werden und die Nutzung der kürzest möglichen Strecken bundesweit ermöglicht werden. Dazu sei die Aufhebung von oft nicht miteinander abgestimmter Lkw-Fahrverbote nötig.

2. Verringern

Straßengüterverkehr kann durch die Einführung von neuen Fahrzeugkonzepten effektiv verringert werden. Durch die Einführung von Lang-Lkw nach deutschem Vorbild mit 25,25 Meter Länge und 40 Tonnen Gesamtgewicht wird, so die Annahmen des Fachverbandes Güterbeförderung, alleine durch Tirol die Anzahl von Transit-Lkw um rund 600.000 reduziert.

3. Verbessern

Die Marktdurchdringung von gasbetriebenen (CNG/LNG) Lkw muss verbessert werden, denn diese emittieren um 20 Prozent weniger CO2 als Diesel-Lkw. Hier nimmt Deutschland durch die Mautbefreiung solcher Fahrzeuge eine umweltbewusste Vorreiterrolle im Straßengüterverkehr ein. „Wir wollen und könnten unseren Beitrag zur effektiven CO2-Reduktion leisten, wenn die Politik uns die hier aufgezeigten Rahmenbedingungen ermöglicht.

Dies wären ganz konkrete inhaltliche Ansätze, abseits jeglicher Steuern-/Abgaben- oder Verbotsdiskussionen“, betont Reder in seinem Appell an die Entscheidungsträger.  „Verlassen wir den Pfad der beliebten Pauschalverurteilung und Verbotskultur gegen den Lkw und beginnen wir einen konstruktiven Dialog auf breiter Basis“, lädt der Fachverbandsobmann abschließend alle verkehrspolitischen Meinungsbildner ein, die bisherigen Dogmen und Stereotypen abzulegen.

(APA/red)