Fernverkehr

Gib der Müdigkeit am Steuer keine Chance!

Der Scania Aufmerksamkeitsassistent senkt das Unfallrisiko und gehört ab sofort zur Standardausstattung.

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Über drei Faktoren wird der Aufmerksamkeitsgrad des Fahrers ermittelt: Die Tageszeit und Arbeitszeit des Fahrers, die Spurhaltefähigkeit und die Lenkradbewegungen

Bis zu 40 Prozent aller schweren Unfälle sollen auf Unaufmerksamkeit und Müdigkeit des Fahrers zurückgehen. Durch Müdigkeit und Sekundenschlaf verursachte Unfälle sind oft besonders schwer, weil der Lenker dabei womöglich sogar ungebremst mit einem Hindernis oder anderen Verkehrsteilnehmern kollidiert. Dies veranlasste Scania nun, einen Aufmerksamkeitsassistenten als Standardausstattung einzuführen. Das durchdachte Prognosesystem analysiert den Aufmerksamkeitsgrad des Fahrers anhand von Daten aus verschiedenen Quellen und warnt ihn, wenn seine Aufmerksamkeit abschweift. In vielen Pkw gehören Warnsysteme heutzutage bereits zur Standardausstattung. Gerade in schweren Nutzfahrzeugen kommt derartigen Systemen aufgrund der verheerenden Folgen im Falle eines Unfalls eine umso größere Bedeutung zu.

Funktionsweise des Assistenten

Während der ersten 15 Minuten wird zunächst der individuelle Fahrstil ausgewertet, ausgehend von Fahrgeschwindigkeiten ab 60 km/h und darüber. Anschließend werden die Lenkradbewegungen analysiert, um festzustellen, ob ein Verhalten außerhalb der Norm vorliegt. Die Analyse konzentriert sich vor allem auf Momente, in denen eine kurze Inaktivität am Lenkrad von einer schnellen, ruckartigen Lenkradkorrektur gefolgt wird. Dieses Verhalten kann oft beobachtet werden, wenn der Lenker die Fahrsituation nicht aufmerksam genug verfolgt, beispielsweise wenn er während des Fahrens sein Handy bedient.

© Scania

Erscheint der Fahrer unaufmerksam oder übermüdet warnt das System visuell und mit akustischem Signal

Spurhalteassistent erkennt Unaufmerksamkeit

Eine Kamera an der Fahrzeugfront bildet die Basis für den Spurhalteassistenten und registriert ein eventuelles Verlassen der Fahrspur. Die Daten der Fahrstilanalyse werden nun mit den Informationen der Kamera zusammen analysiert. Das ermöglicht Rückschlüsse auf die Spurhaltefähigkeit des Lenkers, was wiederum ein wichtiger Faktor zur Beurteilung von dessen Aufmerksamkeitsgrad ist. Das Spurhalte-Verhalten wird dabei immer im Verhältnis zum üblichen Fahrstil des Lenkers bewertet, der zu Beginn der Fahrt analysiert wurde. Eine im Lauf der Zeit verminderte Spurhaltefähigkeit ist demzufolge ein Anzeichen für abnehmende Aufmerksamkeit und normalerweise auf Müdigkeit zurückzuführen. Eine andere Ursache können Ablenkungen sein, wie zum Beispiel durch Telefonieren oder SMS-Schreiben mit dem Handy.

https://youtu.be/GjAqIEUPp5w

Auslösung des Warnsystems

Die erhobenen Daten werden in Zusammenhang mit einem physiologischen Modell der menschlichen Schläfrigkeit, in Abhängigkeit der Tageszeit, der bereits vergangenen Wachzeit und der letzten Schlafdauer des Fahrers gebracht. Die dazu benötigten Informationen liefert der Fahrtenschreiber. Außerdem wurde das Modell für die Stunden angepasst, in denen das Müdigkeitsrisiko des Fahrers besonders hoch ist, wie etwa zwischen 3 und 5 Uhr morgens.

Der daraus resultierende Wert nennt sich „kombinierter Aufmerksamkeitsgrad“. Dieser Wert wird dem Fahrer angezeigt und löst auch die Warnmeldungen aus. Auf einen zu niedrigen Aufmerksamkeitsgrad wird akustisch und visuell auf einer Skala hingewiesen. Die Balken auf der Skala sind solange grün, bis der Wert eine Grenze unterschreitet, ab der ein Risiko besteht – dann wird die Anzeige gelb. Die Warnung erfolgt in zwei Stufen: Zuerst meldet der Assistent, dass der Fahrer offensichtlich abgelenkt ist. Im nächsten Schritt erfolgt der Vorschlag, eine Pause einzulegen.