Automatisiert

Embark schickte teilautonomen Truck durch die USA

Quer durch den Süden der USA rollte vor kurzem ein teilautonomer Lkw mit dem Ziel, die Grenzen des Machbaren auszuloten. Das US-Startup „Embark“ möchte mit der Tour seine Assistenzsysteme bewerben. Mit Video.

Von

USA: Mit komplexer Technik ausgestattet, darunter zahlreiche Sensoren, fünf Kameras und ein Lidar zur Positionsbestimmung, legte der teilautonome Truck eine Strecke von 3800 Kilometer zurück. 

Embark zählt zu den noch eher unbekannten Tech-Startups – zumindest auf europäischem Boden. Spezialisiert ist es auf die Automatisierung von Trucks. Wie kürzlich bekannt wurde, dürfte dem Unternehmen nun ein besonderer Coup gelungen sein: Eine Lkw-Testfahrt zwischen Los Angeles (Kalifornien) und dem 3800 Kilometer entfernten Jacksonville (Florida) konnte erfolgreich durchgeführt werden – und zwar teilautonom.

Die umgebaute Sattelzugmaschine der Marke Peterbildt wurde dazu mit zahlreichen Sensoren, Kameras und einer speziellen Software ausgestattet, die automatisiertes Fahren ermöglicht. Insgesamt benötigte sie fünf Tage um über die Interstate 10 von einer Küste zur anderen zu rollen. Laut Embark handelte es sich dabei um die erste teilautonome Lkw-Fahrt von Küste zu Küste in den USA.

Ohne Fahrer steht der Brummi still

Auf Level 2 (teilautonomes Fahren) kann das Vehikel in bestimmten Situationen - etwa auf einer geraden Autobahn - völlig autonom fahren, beschleunigen und bremsen sowie den Abstand zum Vordermann regeln. Allerdings muss ein Fahrer im Notfall eingreifen können und den Fahrprozess durchgehend überwachen. Das Unfallrisiko wäre sonst einfach zu hoch.

Firmenchef Alex Rodrigues erklärte in einem Interview: “Der Fahrer ist immer dafür verantwortlich, aufmerksam zu sein und sicherzustellen, dass alles sicher ist. Er wird aber mehrere Stunden Fahrt zurücklegen, ohne direkt involviert zu sein, und wenn er involviert ist, dann nur für ein paar Sekunden.“ 

Das Unternehmensziel sei es nun, die Technologie soweit zu entwickeln, eine Level 4-Automation zu ermöglichen. Das Fahrzeug sei dann in der Lage, selbstständig – also ohne Zutun eines Fahrers – auf bestimmten Routen unterwegs zu sein. Damit wolle man dann auch ein erstes kommerzielles Produkt auf den Markt bringen, so Rodrigues.

Autonomes Fahren mit bedarfsweisem Einsatz

Embark verfolgt die Vision, das Frachtsystem mithilfe seiner fahrerlosen Level 4-Trucks zu verändern. Längere und vorwiegend gerade Strecken, würden dabei den automatisierten Fahrsystemen überlassen, auf Strecken mit komplexeren Aufgaben würden dann die Fahrer übernehmen.   

„Die erste Truck-Fahrt mit einem automatisierten System von Küste zu Küste dauerte fünf Tage, weil der Fahrer seine Ruhezeiten einhalten musste“, erklärte Rodrigues. „Ein Level-4-System wäre hingegen in der Lage, die gleiche Strecke ohne Ruhezeiten in nur zwei Tagen zu bewältigen.“ Seiner Ansicht nach würde dass die Dynamik im Frachtwesen drastisch verändern.

An einem ähnlichen System arbeitet auch der Fahrdienstvermittler Uber. 2016 absolvierte ein Truck des Unternehmens die erste selbstfahrende Lieferung. Voriges Jahr transportierte ein mit Embark-Technik aufgerüsteter Truck eine Ladung Kühlschränke von Los Angeles nach El Paso in Texas.

Folgen Sie dem Autor auf Twitter: @lukasklamert

https://youtu.be/tnkUO4EDhbw