LNG-Ladenetz

Elvis steht auf verflüssigtes Erdgas

Das deutsche LNG-Tankstellennetz bekommt Zuwachs: Der Europäische Ladungsverbund Internationaler Spediteure plant eine öffentliche Tankstelle in Hessen in Betrieb zu nehmen.

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Mit gutem Beispiel will das Transportnetzwerk Elvis beim Ausbau der LNG-Infrastruktur vorangehen. Vorgesehen ist die Errichtung einer ersten LNG-Tankstelle in Knüllwald, Hessen. Das sei nach Angaben des Verbunds mittelständischer Speditions- und Frachtführerunternehmen ein wesentlicher  Schritt, die Versorgung von LNG-Lkw im Straßengüterverkehr zu verbessern.

Ausschlaggebend für die geplante Errichtung sind die zentrale Lage in der geographischen Mitte Deutschlands und die direkte Anbindung an die A7. „Wir wollen, dass sich flüssiges Erdgas als Alternative zum Diesel etabliert. Deswegen verbessern wir mit dem Bau einer öffentlichen LNG-Tankstelle die Infrastruktur in Deutschland“, sagt Jochen Eschborn, Vorstandsvorsitzender von Elvis. 

LNG-Offensive soll Preise drücken

Bislang war das kaum vorhandene Tankstellennetz das stärkste Argument gegen den Einsatz von LNG-Lkw im Fernverkehr. Im Linienverkehr kann jedoch schon eine einzige Tankstelle entlang der Strecke das Problem lösen, war in einer Mitteilung des Verbunds zu lesen. Mit der Integration einer LNG-Tankstelle in den Neubau des Teilladungssystems in Knüllwald wird Elvis diese Möglichkeit bieten. 

Der Bau der Tankstelle ist Teil der gestarteten LNG-Offensive: „Wir möchten künftig die Einkaufsvolumina von Erdgas-Lkw unserer Mitgliedsspeditionen im Elvis-Zentraleinkauf bündeln, um günstigere Preise zu erzielen“, erklärt Eschborn. Bei einigen Elvis-Mitgliedern sind bereits jetzt LNG-Fahrzeuge im Einsatz, weitere haben sie bestellt.

Gemäß den Angaben verschiedener Hersteller können die Treibstoffkosten mit dem Einsatz von LNG-Lkw um zehn bis 20 Prozent gesenkt werden. Analog dazu ist eine CO2-Reduktion von rund zehn Prozent garantiert. Stammt das Gas nicht aus fossilen Quellen, sondern aus Biogas-Anlagen, ist gar eine Senkung der Emission um bis zu 90 Prozent möglich. 

Um minimale Standzeiten zu garantieren und das Tanken auch für ungeschultes Fahrpersonal zu gewährleisten, wird der Tankvorgang durch den Einsatz eines betriebseigenen Tankwarts beschleunigt. Spätestens im Frühjahr 2020 soll die Tankstelle in Betrieb gehen und auch Nichtmitgliedern offen stehen. 

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