Produktion

Einer, der ewig währt: Der VW Bulli

In Zeiten, in denen große Unsicherheit herrscht, ist es gut, sich auf etwas zu besinnen, das schon sehr lange Bestand hat: Vor 70 Jahren rollte die Produktion der ersten VW-Bulli-Generation an. Mittlerweile fährt sie in der sechsten Punkt eins. Ein Rückblick.

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Der "Bulli" ist das Kultmobil schlecht hin - und nun hat er auch noch einen Rekord erzielt: Er ist das am längsten gebaute Nutzfahrzeug der Welt. Am 8. März vor 70 Jahren fuhr der erste Transporter als "Typ 2" von den Montagebändern des Volkswagen Werks in Wolfsburg. Als "Typ 1" wurde übrigens der damalige VW Käfer bezeichnet. Die Nähe rührt auch daher, dass Motor und Getriebe des Bulli vom Käfer entnommen wurden. 

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Der "Bulli" ist das Kultmobil schlecht hin - und nun hat er auch noch einen Rekord erzielt: Er ist das am längsten gebaute Nutzfahrzeug der Welt. Am 8. März vor 70 Jahren fuhr der erste Transporter als "Typ 2" von den Montagebändern des Volkswagen Werks in Wolfsburg. Als "Typ 1" wurde übrigens der damalige VW Käfer bezeichnet. Die Nähe rührt auch daher, dass Motor und Getriebe des Bulli vom Käfer entnommen wurden. 

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Am 11. November 1949 stellte Volkswagen den Medien einen von Hand gefertigten Transporter-Prototyp als Kastenwagen vor. Beim Kastenwagen "T1" knatterte noch fröhlich der Boxermotor aus dem Käfer vor sich hin, die Karosserie samt verstärkter Bodengruppe wurde neu entwickelt. Was dem Fahrzeug fehlte war noch ein passender Spitzname, der zu seinen Rundungen passte. Aus dem Wort "Bully" wurde schnell der "Bulli". Doch erst 2007 sicherte sich Volkswagen die Patentrechte an der Wortmarke. 

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Ende der 1960er Jahren (1967 bis 1979) kam die zweite Generation des Bulli auf den Markt. Optisch zu erkennen war der "T2" unter anderem an der neuen Frontpartie, nun ohne das typische V des T1, aber mit gewölbter Frontscheibe und dem Lufteinlassgitter darunter. Der T2 verfügte nun serienmäßig über eine Schiebetür, was das Ein- und Aussteigen sowie das Beladen erleichterte. 

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Ende der 70er Jahre hatte sich die Welt wieder verändert - und damit auch der Bulli. Erneut helfen Songs der Erinnerung auf die Sprünge: Dire Straits schickten die „Sultans Of Swing“ mit kristallklarem Sound in die Autoradios; The Police brachte „Message In A Bottle“ und Pink Floyd errichtete mit „The Wall“ das erfolgreichste Doppelalbum der Welt. 1979 bis 1992 produzierte Volkswagen den T3. Fortschritte erzielte Volkswagen im Bereich der passiven Sicherheit. Die breitere Karosserie bot bei unveränderter Länge und Höhe zudem deutlich mehr Fahrgast- und Laderaum; das jetzt einheitliche Flachmotor-Konzept trug dazu bei. Ab 1981 gab es erstmals auch einen Dieselmotor. Und das neue Fahrwerk bot nun Pkw-ähnlichere Fahreigenschaften.

Die 1990er Jahre brachten dann den T4 hervor. Ebenfalls folgte mit dem Debüt des T4 eine technische Revolution: Nach 40 Jahren heckgetriebener Bulli mit Boxermotor drehte Volkswagen Nutzfahrzeuge das Konzept um. Ab jetzt waren die neuen Reihen- und später auch VR-Motoren vorn angeordnet und trieben die Vorderachse an. Mit dem Wechsel auf Frontantrieb änderte sich alles: das Design, das Fahrwerk, die Motoren und das Raumangebot. Vor allem im Heck, wo beim T3 noch der Boxermotor einiges an Volumen einnahm, stand nun deutlich mehr Platz zur Verfügung. Erstmals bot Volkswagen Nutzfahrzeuge den Transporter mit zwei unterschiedlichen Radständen an. 

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Die 2000er sind fast noch Gegenwart. Ihre Musik auch. Neue Größen prägten den Sound der Zeit. Der US-Rapper 50 Cent bringt „In Da Club“ und der Brite Robby Williams stürmt mit „Feel“ die damaligen Charts. Als Anfang 2003 die fünfte Bulli-Generation Fahrt aufnahm, knüpfte das Designkonzept an die Linie des Vorgängers an; durch seine breitere Karosserie wirkte der T5 jedoch deutlich kraftvoller. Ein Novum im Fond: Da der T5 Multivan in den meisten Versionen mit zwei Schiebetüren aufwartete, rückte der Tisch für die Fondpassagiere von der linken Seitenwand in die Fahrzeugmitte; auf einem Schienenpaar ließ er sich je nach Bedarf positionieren.

© Achim Hartmann

Die aktuelle Evolutionsstufe ist der T6 und hierbei in der Ausführung 6.1, die gerade in Sachen Infotainment deutlich zugelegt hat. Dazu gesellen sich neue Motoren und Assistenzsysteme, die den Fahreralltag erleichtern sollen. Eine der wichtigsten Neuerungen steckt unter der Fronthaube: Vier neue TDI und zwei TSI mit Start-Stopp-System umfasste das Aggregate-Programm. Im Innenraum dominiert das „Digital Cockpit“. Per e-SIM sind die Infotainmentsysteme interaktiv vernetzt und bieten online-basierte Funktionen und Dienstleistungen bis hin zum digitalen Flottenmanagement. Die Vorbereitung auf die Fertigung des vollelektrischen ID.Buzz läuft in Hannover bereits mit Hochspannung. Der neue "Elektro-Bulli" wird ab 2022 in Hannover produziert.