Lkw-Stellplätze : ECG: Gesicherte Parkplätze sind Mangelware

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Die europäischen Mitgliedsstaaten müssen sich um eine adäquate Bereitstellung von sicheren Parkmöglichkeiten für Lkw bemühen. Zu diesem Schluss kam der Verband der europäischen Fahrzeuglogistik (ECG). Allein im exportstarken Deutschland fehlen demnach ungefähr 14.000 Stellplätze.

Darüber hinaus kämen 43 Prozent der auf deutschen Straßen verkehrenden Lkw aus anderen europäischen Ländern, was den Mangel weiter verschärft, stellte der ECG fest. Ohne ein ausreichendes Angebot an qualifizierten Parkplätzen sei auch die geltene Ruhezeitenregelung nicht korrekt durchführbar. Diese fordert zwar, dass die Fahrer den Großteil ihrer Ruhezeit außerhalb ihrer Fahrzeuge verbringen, wenn die Ruhepause am Stück länger dauert, es stehen aber nicht genügend sichere Stellplätze bereit, um die Fahrzeuge länger unbeaufsichtigt abstellen zu können.

Jocelyn Fajardo von der EU-Kommission räumte gegenüber Vertretern des ECG ein, es mangele in Europa an sicheren Parkplätzen und forderte die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, ein angemessenes Umfeld für Investitionen in geeignete Einrichtungen zu schaffen. Parkplätze müssen nicht nur sicher sein, sondern auch Sanitäreinrichtungen und andere Serviceeinrichtungen umfassen. Laut ECG-Präsident Wolfgang Göbel können Veränderungen nicht allein durch private Investitionen erreicht werden. "Die Unterstützung auf EU-Ebene und der Mitgliedstaaten ist unerlässlich", so Fajardo.

Digitalisierung verändert Parkraumbedarf

In Österreich sehe die Situation im Vergleich zu vielen anderen EU-Ländern - gerade in Richtung Ost- und Südost-Europa – nach Einbruch der Dunkelheit deutlich besser aus, betont WKO-Bundesspartenobmann für Transport und Verkehr, Alexander Klacska. Allerdings ließe sich nicht verleugnen, dass gerade bei hochrangigen Straßennetzen ein Mangel an Parkplätzen besteht - 2015 lag die Zahl bei 2.250 fehlenden Stellplätzen. Die Asfinag sei jedenfalls darum bemüht, die Lage durch die Erweiterung bestehender Parkplätze zu entschärfen, heißt es.

Allerdings sei es auch nicht leicht zu quantifizieren, wie viele Parkmöglichkeiten tatsächlich fehlen, denn die Ruhezeiten der Fahrer seien unterschiedlich lang und es mache einen Unterschied, „ob ein Lenker seine tägliche Ruhezeit an einem der Parkplätze abhält oder ein anderer nur seine 45-minütige Lenkpause“, so Klacska. Eine kurzfristige Möglichkeit, um weitere Kapazitäten freizumachen, wäre die Wiedereröffnung von einigen der im Zuge des Restplatzkonzeptes geschlossenen „kleinen“ Parkplätzen. Die Infrastruktur wäre in den meisten Fällen noch vorhanden, die Reaktivierung entsprechend unkompliziert.

Für den Bundesspartenobmann steht aber noch etwas anderes fest: „Die fortschreitende Digitalisierung in der Logistik, gepaart mit Systemen wie Platooning und in weiterer Folge (Teil-)autonomen Transportbehältern, führt zu einem gänzlich veränderten Parkraumbedarf, der eher in Richtung von Terminals geht, wo Lenker dann in diese Fahrzeuge steigen und die letzte Meile absolvieren. Hier bedarf es einer entsprechenden Infrastruktur vom Supermarkt bis hin zur Anbindung an den Öffentlichen Verkehr.“

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