Letzte Meile

Drohnen könnten in den USA künftig von UPS-Fahrzeugen starten

Ab durch die Luke: Durch den Einsatz von Zustelldrohnen, die vom Dach von Lieferwagen starten, sollen künftig Kosten gespart und Fahrer entlastet werden. Das Projekt befindet sich allerdings erst in der Testphase.

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Spezielle Anpassungen durch das Technologieunternehmen "Workhorse" erlauben den Start und die Landung einer Zustelldrohne. 

Der KEP-Dienstleister UPS gab nun bekannt, gemeinsam mit Entwicklungspartner Workhorse, den ersten Drohnenflug vom Dach eines Lieferwagens erfolgreich durchgeführt zu haben. Das in Ohio ansässige Technologieunternehmen Workhorse baute nicht nur die Drohne für die Test-Zustellung, sondern nahm auch die notwenigen Änderungen am Lieferfahrzeug vor. 

“Der Test unterscheidet sich von allem, was wir bisher mit Drohnen durchgeführt haben“, erklärt Mark Wallace, Vizepräsident für globales Ingenieurwesen and Nachhaltigkeit bei UPS. Der Test sei für zukünftige Zustellungen zukunftweisend, insbesondere in ländlichen Gebieten, wo Fahrer und Zustellfahrzeug oftmals viele kilometerweit hinter sich bringen müssen, um eine einzige Zustellung durchzuführen."

Zustelldrohne als Entlastung für den Fahrer 

UPS hat nach eigenen Angaben über 66.000 Fahrer auf der Straße täglich. Ländliche Zustellrouten sind laut dem Unternehmen am teuersten, was die Faktoren Zeit und Kosten angeht. Drohnen könnten zumindest die kostspielige "letzte Meile" überbrücken und den Fahrer auf diese Weise entlasten. „Fahrer sind das Gesicht unseres Unternehmens, und das wird sich auch nicht ändern“, betont Wallace. „Was aufregend ist, ist das Potenzial von Drohnen, die Fahrer auf bestimmten Streckenabschnitten unterstützen und ihnen dabei helfen könnten, Zeit zu sparen und den steigenden Anforderungen im Kundenservice gerecht zu werden“. Die Überlegung ist, dass der Fahrer eine andere Paketzustellung durchführen kann, während die Drohne in der Luft ist. 

Bei der Drohne, die UPS und Workhorse gemeinsam im US-Bundesstaat Florida zu Testzwecken in die Luft geschickt haben, handelt es sich um das Modell „HorseFly“. Wenn die Drohne am Dach des Lieferfahrzeugs andockt, öffnet sich ein Korb, der durch eine Luke ins Innere fällt. Der Fahrer belädt die Drohne mit einem Paket und schickt sie im Anschluss mittels Touchscreen auf eine vorgegebene Route. Die Batterie-betriebene Drohne lädt sich während des Beladungsvorgangs auf. Laut Hersteller kann die Drohne 30-Minuten in der Luft bleiben und ein Paket mit einem Maximalgewicht von zirka 4,5 Kilo befördern.

Mehr Messdaten notwendig

Wie sich Gewicht, Wetter und andere Faktoren auf die Drohnen auswirken, steht im Ziel von weiteren Tests, bei denen 500 Daten von jedem Drohnenflug erhoben werden. Die Daten werden durch Workhorse erhoben und mit UPS und der FAA ("U.S. Federal Aviation Administration") geteilt.

Für den Testflug mit UPS wurde die Route der Drohne durch Workhorse vorgegeben. In Zukunft soll das die firmeneigene Software „UPS On-Road Integrated Optimization and Navigation“ (ORION) übernehmen.

UPS erklärte in einer Aussendung, dass die FAA bereits im letzten Jahr, den Einsatz von kleinen unbemannten Flugsystemen für bestimmte kommerzielle Verwendungszwecke freigegeben hat. UPS ist eines von 35 ausgewählten Unternehmen, das im Aufsichtskomitee der FAA sitzt.

Ähnlich wie in Europa ist auch in den USA der kommerzielle Einsatz von Drohnen derzeit nur bedingt möglich und die Paketzustellung noch in der Testphase befindlich. Bedenken zu Sicherheit und Privatssphäre sowie legale und regulatorische Fragen gebe es noch zu klären, bevor die standardmäßige Zustellung per Drohne überhaupt spruchreif wird, besonders in dichtbesiedelten urbanen Arealen, erklärt Matthias Winkenbach, Leiter des Megacity Logistics Labs am Institut für Transport und Logistik in Cambridge, Massachusetts.

https://youtu.be/NxOzjvxjsBA

Folgen Sie dem Autor: @lukasklamert