Fahrzeugbau

Das Aus für den Schmitz Van-Trockenkoffer

Schmitz Cargobull schließt sein Werk in Berlin und stellt die Produktion von V.KO Van Bodies ein.

Von
KEP-Dienstleister Schmitz Cargobull Fahrzeugbau Aufbauten

Optimismus vergangener Tage: Der Schmitz Cargobull Vorstand bei der Weltpremiere des V.KO Trockenfrachtkoffers im März 2017

Es war ein ambitionierter Ansatz, den Schmitz Cargobull vor nicht einmal zwei Jahren erstmals der Weltöffentlichkeit vorgestellt hatte: Ein Trockenfrachtkofferaufbau für leichte Nutzfahrzeuge von drei bis sechs Tonnen, angeliefert als Do-it-yourself-Kit entweder für professionelle Aufbauer, Nutzfahrzeug-OEMs oder direkt für Endkunden. Das Konzept mit dem schlanken Packmaß des Bausatzes und einer Aufbauzeit von deutlich unter zwei Stunden für den fix-fertigen Koffer war durchaus erfolgversprechend.

Zweistellige Wachstumsraten im E-Commerce und KEP-Bereich hatten hohe Absatzerwartungen an Trockenfrachtkoffer für leichte Nutzfahrzeuge geweckt. Für einen optimalen Marktzugang waren zudem OEM-Partnerschaften im Gespräch gewesen, wodurch man fertig aufgebaute Lkw mit Schmitz-Trockenkoffer gleich direkt vom Fahrzeughersteller als Einrechnungsfahrzeuge hätte beziehen können.

Hätte, wohl gemerkt, denn der Schmitz Trockenkoffer ist ab sofort Geschichte: „Die Schmitz Cargobull AG hat beschlossen, den Betrieb der V.KO Van Bodies Produktion in Berlin einzustellen, den Standort Berlin stillzulegen und in Verhandlungen über einen Interessensausgleich einzusteigen“, teilt das Unternehmen in einer Aussendung mit. Auch wenn die Qualität der Trockenkoffer überzeugte, sei die Produktion aufgrund des schwierigen Wettbewerbsumfelds „in der gegenwärtigen Aufstellung auf Dauer betriebswirtschaftlich nicht effizient darstellbar“, begründet Schmitz Cargobull den drastischen Schritt. Das Werk in Berlin wird geschlossen. Bereits eingegangene und bestätigte Aufträge sollen aber bis zur Schließung des Standorts weiter abgearbeitet und alle Trockenkoffer-Bausätze entsprechend den Vereinbarungen an die Kunden ausgeliefert werden. Neue Aufträge werden jedoch nicht mehr angenommen. Für Reparaturen der Aufbauten will Schmitz Cargobull über sein Netzwerk Ersatzteile und entsprechende Lösungen sicherstellen.

Erst im Herbst war auf der IAA 2018 neben dem V.KO Trockenkoffer auch ein kompakter Kühlkoffer mit Namen „V.KO Cool“ für leichte Nutzfahrzeuge präsentiert worden. Aufgrund der positiven Resonanz auf dieses Produkt prüft Schmitz derzeit noch die strategische Aufstellung in diesem Bereich.