Getränkezustellung

Corona Bier kommt nach Österreich

Der weltweit größte Bierkonzern, AB InBev, eröffnet ein Büro in Wien und expandiert mit seinen Marken Bud, Corona, Stella Artois, Leffe, Spaten und Franziskaner.

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AmBev Getränkehandel Wirtschaft E-Mobilität

Lennart Kübler ist als Country-Manager von AmBev auch verantwortlich für die Marke Corona

AB InBev, der weltweit größte Brauereikonzern, verstärkt sein Engagement in Österreich im Rahmen seiner europaweiten Expansionsstrategie. Mit einer eigenen Gesellschaft und Sitz in Wien übernimmt Country Manager Lennart Kübler die Verantwortung für die Marken des Bierkonzerns, die bisher über lokale Partner vertrieben wurden. Zum Portfolio des Braugiganten zählt neben Bud, Stella Artois, Leffe, Spaten und Franziskaner auch die Marke Corona.

Der Bierkonzern war erst kürzlich mit seiner ambitionierten Elektrifizierungsstrategie aufgefallen. So kündigte die Südamerika-Tochter des Konzerns AmBev an, binnen vier Jahren 1.600 batterieelektrische E-Delivery-Lkw von Volkswagen Caminhões e Ônibus in Brasilien in Dienst stellen zu wollen. Der Lkw-Hersteller ist Teil der Nutzfahrzeuggruppe Traton innerhalb des Volkswagenkonzerns. 

© Ludwig Fliesser

1.600 batterieelektrische E-Delivery von Volkswagen Caminhões e Ônibus will der Braukonzern in Brasilien in Dienst stellen

„Österreich ist ein traditionelles Bierland, in dem jährlich knapp eine Milliarde Liter Bier gebraut wird. Das Importvolumen und Interesse an ausländischen Premium-Bieren nimmt deutlich zu. Mit 600 Jahren Brautradition und großartigen internationalen Marken wie Bud, Corona und Stella Artois aber auch feinen Spezialitäten wie Leffe und Franziskaner werden wir den Geschmack der Bierliebhaberinnen und Bierliebhaber noch besser treffen. Wir freuen uns, gemeinsam mit starken lokalen Partnern Bewegung in den Markt zu bringen“, so Kübler.

Über Pläne zur elektrischen Getränkezustellung von AB InBev in Österreich ist nichts bekannt. Es gibt jedoch einen regionalen Hersteller, nämlich Stiegl, der auf diesem Gebiet Vorreiter ist und neben Pferdefuhrwerken in der Salzburger Innenstadt auch einen batterieelektrischen MAN eTGM zur Bierzustellung nutzt. Dieser wurde im Werk Steyr in Oberösterreich produziert und läuft seit Herbst 2018 im Praxistest. MAN gehört ebenfalls zu Traton und damit zum Volkswagenkonzern. Für heuer war der Beginn der Produktion des MAN eTGM in einer Kleinserie geplant. Dies dürfte sich aber womöglich durch die Corona-Krise (das Virus nicht das Bier) verzögern, denn derzeit ist bei MAN Kurzarbeit angesagt.

Stiegl © Ludwig Fliesser

Pionier bei der elektrischen Bierzustellung in Österreich ist die regionale Brauerei Stiegl mit einem eTGM mit 26 Tonnen Gesamtgewicht

Wissen:

In Österreich gibt es laut Jahresbericht des Verbands der Brauereien Österreich 312 Braustätten, die über 1.000 Biere produzieren. Der Pro-Kopf-Konsum liegt bei rund 104 Litern pro Jahr. Der Gesamtausstoß beträgt knapp 9,8 Millionen Hektoliter. Die staatlichen Gesamteinnahmen durch Bier belaufen sich auf rund 1,2 Milliarden Euro, die Wertschöpfung liegt bei 1,6 Milliarden Euro. Etwa 870.000 Hektoliter Bier werden jährlich importiert, Tendenz stark steigend.