Future Mobility

Autonomer Sattelschlepper im Einsatz

Volvo Trucks präsentiert mit seiner fahrerlosen Sattelzugmaschine "Vera" einen autonomen Transport zwischen Logistikzentrum und Hafen.

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Die autonomen, elektrischen Fahrzeuge „Vera“ von Volvo Trucks sollen künftig Transporte aus einem DFDS-Logistikzentrum zu einem Hafenterminal in Göteborg durchführen

Eines muss man Volvo Trucks lassen: Noch keiner der großen Lkw-Hersteller hat das Thema „autonomes Fahren“ so konsequent im Design umgesetzt, wie die Schweden. Die autonome Sattelzugmaschine „Vera“, die schon bei der IAA in Hannover zu bestaunen war, kommt gänzlich ohne Fahrerkabine aus und ist optisch auf das Wesentlichste reduziert, was eine Zugmaschine ausmacht: vier Räder und eine Sattelkupplung. Dabei erinnert das Gefährt in seinem Erscheinungsbild fast ein wenig an einen Rasenmäher-Roboter und so weit hergeholt ist diese Assoziation gar nicht: denn auch „Vera“ fährt autonom und elektrisch. Dabei greift das Vehikel nicht nur auf die eigenen, im Fahrzeug verbauten Sensoren zurück, sondern es wird von einem zentralen Leitstand aus kontrolliert und gesteuert. Dies macht das Fahrzeug optimal für den Einsatz auf sich wiederholenden, kurzen Strecken, und – derzeit noch – innerhalb einer weitgehend kontrollierten Umgebung. Und wenn sich die Akkuladung dem Ende neigt, dann fährt das Gerät einfach selbst an die Dockingstation, ganz so wie ein automatisierter Rasenmäher.

Praxiseinsatz im Hafen

Der erste Realeinsatz von Vera ist in Göteborg, Schweden, geplant. Hier soll die selbstfahrende Zugmaschine den Containertransport von einem Logistikzentrum zu einem Hafenterminal übernehmen. Die Entwicklung ist Ergebnis einer Zusammenarbeit von Volvo Trucks mit dem Fähr- und Logistikunternehmen DFDS. Vera operiert dabei in einem vernetzen System und soll einen kontinuierlichen Güterstrom von einem DFDS-Logistikzentrum zu einem Hafenterminal und von dort in die ganze Welt ermöglichen. Das autonome System wird von einem für den Transport verantwortlichen Operator in einem Kontrollturm überwacht, die Höchstgeschwindigkeit der Fahrzeuge ist auf 40 km/h limitiert. Auch die Infrastruktur wird im Rahmen der Umsetzung des autonomen Transportsystems entsprechen angepasst. Dazu gehören zum Beispiel automatische Tore an den Terminals.

© Volvo Trucks

Mit maximal Tempo 40 rollen die Container mit Vera künftig autonom vom Logistikzentrum zum Hafenterminal

„Wir haben jetzt die Gelegenheit, Vera in einem idealen Umfeld im Praxiseinsatz zu testen und ihr Potenzial für vergleichbare Einsatzbereiche weiterzuentwickeln“, erklärt Mikael Karlsson, Vice President Autonomous Solutions bei Volvo Trucks. Das Ziel besteht darin, ein vernetztes und aus einem Kontrollturm überwachtes System aus mehreren Vera-Fahrzeugen zu realisieren. Dadurch soll ein nahtloser und konstanter Güterstrom erreicht werden, um schnell auf Bedarfsänderungen reagieren zu können. Die Kooperation mit DFDS sieht Volvo Trucks als ersten Schritt hin zum Praxiseinsatz auf festgelegten öffentlichen Straßen in einem Industriegebiet.

„Wir wollen beim vernetzten, autonomen Transport an vorderster Front stehen. Diese Zusammenarbeit wird uns helfen, eine effiziente, flexible, nachhaltige und langfristige Lösung für autonome Fahrzeuge zu entwickeln – zum Vorteil unserer Kunden, der Umwelt und unseres Geschäfts“, sagt Torben Carlsen, CEO von DFDS.

„Autonome Transporte mit niedrigem Geräuschpegel und frei von Abgasemissionen werden in der Zukunft der Logistik eine wichtige Rolle spielen, von der sowohl Wirtschaft als auch Gesellschaft profitieren. Wir betrachten diese Kooperation als wichtigen Ausgangspunkt und möchten den Fortschritt in diesem Bereich vorantreiben“, ergänzt Karlsson.