Automatisiertes Fahren

Automatisiert in Peking unterwegs

Daimler hat die Genehmigung bekommen, Fahrzeuge mit der Autonomiestufe vier auf öffentlichen Straßen der chinesischen Hauptstadt fahren zu lassen. Der Hersteller möchte überdies auf "China-spezifische Verkehrslösungen" Rücksicht nehmen.

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Ein Mercedes Vito auf großer Tour: In Peking dürfen die Stuttgarter auch im öffentlichen Verkehr automatisiertes Fahren üben. 

Der Stuttgarter Automobilkonzern Daimler hat die Genehmigung erhalten, um Fahrtests im automatisierten Fahrbetrieb (Level 4) in Peking durchzuführen. Das Besondere: Die Testfahrten dürfen auf öffentlichen Straßen durchgeführt werden. Laut Daimler ist der urbane Verkehr eine der größten Herausforderungen auf dem Weg zu selbstfahrenden Autos. Mit der Genehmigung können die Mercedes-Benz-Erprobungsfahrzeuge nun im realen Verkehr getestet werden, um die Technologie in der chinesischen Hauptstadt weiter voranzutreiben.

Genehmigungen für die Erprobung von automatisierten Fahrens hat Daimler nach eigener Aussage bereits in Deutschland und den USA erhalten. Für den Erhalt der Genehmigung wurden die mit zusätzlichen technischen Applikationen von Baidu Apollo ausgestatteten Mercedes-Benz Fahrzeuge in der „Nationalen Pilotzone für Intelligente Mobilität“ (Peking und Hebei) umfassend erprobt. Die Testfahrer absolvierten ebenfalls ein rigoroses Training für den Betrieb automatisierter Fahrzeuge.

Darüber hinaus unterstützen Daimler und die chinesische Tsinghua Universität mit ihrem gemeinsamen Forschungszentrum für nachhaltige Mobilität seit 2012 Forschungsprojekte zur Entwicklung nachhaltiger „China-spezifischer Verkehrslösungen“. Mit Schwerpunkt auf die Verbesserung der Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer umfasst die von dem Zentrum durchgeführte Forschungsarbeit unter anderem die Erfassung von Daten über typische Verkehrssituationen, die Erforschung einer „bildverarbeitungsbasierten Erkennung von ungeschützten Verkehrsteilnehmern“ (vulnerable road users; VRU) und die Erstellung digitaler ostasienspezifischer Menschenmodelle für die Simulation von Crashtests.

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