Fahrzeugsicherheit

ADAC warnt: Dauerhitze kann zu Reifenplatzern führen

Die anhaltend hohen Temperaturen bringen nicht nur uns Menschen ordentlich ins Schwitzen, die Hitzewelle belastet auch das Reifenmaterial stark. Im schlimmsten Fall kann es zu Platzern oder gar Reifenbränden kommen.

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Laut ADAC steigt die Gefahr von Reifenschäden, insbesondere von Reifenbränden, bei Dauerhitze akut. Der Ratschlag des ADAC lautet deshalb, die Lkw-Bereifung bei hohen Außentemperaturen wie diesen regelmäßig zu überprüfen. Konkret sollten Fahrer jetzt den Fülldruck am kalten Reifen prüfen. Zudem raten die Pannenhelfer, Reifen und Reserverad genau auf Beschädigungen, wie Schnitte durch Fremdkörper zu untersuchen, die sonst in weiterer Folge zu Reifenplatzern führen könnten.

„Extreme Hitze in Kombination mit zu niedrigem Luftdruck ist eine der häufigsten und meist unterschätzten Ursachen für Reifenschäden“, erklärt Christoph Walter, ADAC Truckservice-Geschäftsführer. Klettert das Thermometer für längere Zeit deutlich über 30 Grad Celsius kann die Asphalttemperatur 40 bis 60 Grad Celsius erreichen. Die Reifen werden weicher, verschleißen schneller, überhitzen und können sogar Feuer fangen.

Richtig reagieren bei Reifenplatzern

Kommt es dennoch zu einem Reifenplatzer, ist das nicht zu überhören. Ein lauter, explosionsartiger Knall, peitschenartig herumschleudernde Teile und reichlich Rauchentwicklung sind typisch. Der Fahrer sollte keinesfalls vollbremsen, sondern dosiert zwischenbremsen und den Lkw ausrollen lassen.

Fängt ein Reifen Feuer, kann ein umsichtiger Fahrer oft Schlimmeres verhindern. Oberste Regel ist, keine Menschenleben zu gefährden. Bei Zwillingsbereifung rät der ADAC Truckservice, mit Warnblinker schlingernd weiterzufahren, bis sich der brennende Reifen von der Felge gelöst hat. Hält der Fahrer sofort an, könnte das Feuer mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den ganzen Lkw übergreifen.

Mit Single-Bereifung oder einem Reifenbrand an der vorderen Lenkachse sollte man allenfalls mit Schrittgeschwindigkeit weiterfahren. Sobald der brennende Reifen platzt oder sich von der Felge löst, wird das Fahrzeug in der Regel unkontrollierbar und kann bei höheren Geschwindigkeiten mit Leichtigkeit zum Beispiel eine Leitplanke durchbrechen.

Generell gilt: So früh wie möglich die Feuerwehr alarmieren, möglichst noch während der Fahrt. Wichtig ist eine genaue Beschreibung der Fahrzeugposition sowie Informationen zur Ladung, vor allem wenn es sich um Gefahrgut handelt.

Bei eigenen Löschversuchen das Feuer in kurzen Stößen und möglichst nah von unten nach oben sowie in Windrichtung bekämpfen. Da explodierende Reifen zu Geschossen werden können, ist es lebenswichtig niemals direkt vor dem Reifen, also in Achsrichtung zu stehen, sondern schräg versetzt oder in Fahrtrichtung.

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